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Straßenzustand bereitet Sorgen

Katastrophal ist der Zustand der Vetschauer Pieckstraße. Eine Sanierung aber scheint in weiter Ferne.
Katastrophal ist der Zustand der Vetschauer Pieckstraße. Eine Sanierung aber scheint in weiter Ferne. FOTO: hk
Vetschau/Bronkow. Die Vetschauer Pieckstraße wird gerade von ihrer Vergangenheit als alte Plattenstraße aus DDR-Zeiten eingeholt: Der Asphalt nämlich, der über sie gezogen wurde, verabschiedet sich Stück für Stück. Hannelore Kuschy

Der L 55 zwischen Bronkow und Calau geht es mit den vielen Schlaglöchern nicht viel besser – ihre Zustandsnote liegt bei schlechten 4 bis 5. Flickschusterei statt Ausbau - das ist die Antwort der Landesregierung auf parlamentarische Anfragen der beiden CDU-Landtagsabgeordneten Roswitha Schier und Rainer Genilke zu diesen beiden Landesstraßen.

Karsten Strüver, Geschäftsführer der Wohnbaugesellschaft Vetschau (WGV), hört sich nahezu täglich Klagen von Anwohnern der Pieckstraße über nervenden Lärm an. "Wir selbst haben unser Büro ebenfalls an der Straße. Fahren Autos, Lkw oder wie jetzt in der Erntezeit auch Traktoren über die Fugen, ist das schon sehr belastend", sagt er. Tagtäglich wird diese Straße sehr beansprucht - in der Saison zusätzlich durch viele Touristen, die nach Burg fahren oder von dort kommen. Die zurückliegenden Wintermonate haben der Landesstraße außerdem zugesetzt. Sie ist dringend sanierungsbedürftig.

"Die Infrastruktur im Spreewald ist für die Landesregierung nur Nebensache", schlussfolgern die beiden Landtagsabgeordneten aus den Antworten von Ministerin Kathrin Schneider (SPD) auf ihre Anfragen, wie es mit den maroden Straßen weitergehen soll. Seit 2012, so informiert die Ministerin, seien jährlich etwa 10 000 Euro für Flicken mit Kalt- und Heißmischgut sowie Rissesanierung angefallen. Grundsätzlich stimme sie der Sanierungsbedürftigkeit der Durchfahrtsstraße zu, doch "die Einordnung in die Bauprogramme ist abhängig von den verfügbaren Ressourcen". Und die lassen offenbar auf sich warten, denn für einen Ausbau gäbe es keine Planungen. Deshalb könne auch nichts zu möglichen Kosten gesagt werden.

Das trifft in vergleichbarer Weise auch auf die L 55 zwischen Bronkow und Calau als vielbefahrene Landesstraße zu. Aufgrund der vielen Schlaglöcher sei ihr Zustand "besorgniserregend", so die Landtagsabgeordneten. Autofahrer werden auch dort zu riskanten Ausweichmanövern verleitet, die zudem die Verkehrssicherheit gefährden.

"Im Jahr 2013 wurde in dem Teilabschnitt zwischen dem Bahnübergang und dem Abzweig mit der K 6624 eine Erhaltungsmaßnahme mit finanziellen Aufwendungen in Höhe von rund 400 000 Euro umgesetzt", heißt es dazu in der Antwort Kathrin Schneiders. Außerdem sei in jedem Jahr zunehmend geflickt worden - entweder mit Kalt- und Heißmischgut oder nach dem Patchmatic-Verfahren. Das seien schnelle Reparaturen ohne Fräsarbeiten. Grundsätzlich sei es nötig, die Straßenabschnitte zu sanieren, erklärt sie. Wie für die Pieckstraße fehle jedoch auch hierfür das Geld. Stattdessen werde der Landesbetrieb zwischen Bronkow und Calau weiterhin flicken.