Die Lübbenauer Verwaltung soll beauftragt werden, die Bauausführungen von Straßenübergängen für Rad-, Rollstuhl- und Rollatorfahrer im Stadtgebiet zu überprüfen und abzusenken, um eine gefahrlose Querung zu gewährleisten. Das geht aus einem Antrag der Fraktion SPD und Bündnis 90/ Die Grünen hervor, der im Bauausschuss zur Sprache kam. Die Fraktion Die Linke unterstützt den Antrag.
Vor allem zwischen der Geschwister-Scholl-Straße und dem Kolosseum stelle die bisherige „Querungshilfe“ eine Gefahrenquelle dar, heißt es in der Beschlussvorlage. Teilweise sei dort eine Höhe von fast sechs Zentimetern gemessen worden. Einer älteren Dame gelang es erst nach mehrmaligen Versuchen, mit ihrem Rollator die Fahrbahn zu verlassen. Auch Rollstuhlfahrer hätten ihre Schwierigkeiten. Da sich der fließende Verkehr in diesem Bereich überwiegend mit 50 Kilometern pro Stunde bewegt, könne es leicht zu Unfällen kommen.
Ähnliche Beobachtungen habe es auch am Kreisel Straße des Friedens/ Straße der Jugend gegeben. Wie es besser funktioniert, zeigt die Einmündung Bahnhofstraße/ Karl-Marx-Straße. Im Zuge der Erneuerung der Bahnhofstraße vor rund 20 Jahren wurden dort Höhenunterschiede durch einen Betonstreifen abgemildert, sodass sich die Kanten problemlos überwinden lassen.

Lübbener Bahnhof die Lübbenau als Vorbild

Auch am Bahnhof in Lübben wurde am Übergang Fußweg/ Bahnhofsvorplatz eine praktikable Lösung für Blinde und zugleich für Rad-, Rollator- und Rollstuhlfahrer umgesetzt. Der Blinde ertastet den veränderten Untergrund, der zugleich abgesenkt ist, was allen Verkehrsteilnehmern zugute kommt, die die Straßenseite wechseln. „Diese Lösung mit einem geänderten, geriffelten Untergrund können wir uns auch in Lübbenau vorstellen“, sagt Bauamtsleiter Sven Blümel. Denkbar sei auch ein Kompromiss der Absenkung der Querungshilfen um drei Zentimeter. Varianten dazu müssten geprüft werden. Für den Antrag stimmten alle anwesenden Abgeordneten. Er geht noch zur finalen Abstimmung in die Stadtverordnetenversammlung.