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| 18:00 Uhr

Umstrittene Anliegerbeiträge
Straßenausbau unter Vorbehalt

 Die Fahrbahn sieht noch gut aus, aber die Leitungen darunter sind marode.
Die Fahrbahn sieht noch gut aus, aber die Leitungen darunter sind marode. FOTO: LR / Daniel Preikschat
1,5 Millionen Euro kostet die Sanierung der Straße Stottoff in Lübbenau. 70 Prozent der Kosten werden auf die Anlieger umgelegt. Doch im Rathaus kann man das Geld nicht fest einplanen. Von Daniel Preikschat

Gut besucht war in dieser Woche die Sitzung des Bauausschusses. Rund 40 Lübbenauer hatten im Großen Sitzungssaal Platz genommen. Die meisten von ihnen dürften in Stottoff wohnen. Die Straße vor ihren Häusern war Thema in der Sitzung. Grundhaft ausgebaut werden soll sie, dabei Regenwasser- und Schmutzwasserkanal erneuert werden. Knapp 1,5 Millionen Euro kosten allein Straßensanierung und Einbau des Regenwasserkanals. 70 Prozent der Kosten sind, da es sich um eine Anliegerstraße handelt, auf die anliegenden Grundstücksbesitzer umzulegen.

Laut bisheriger Regelung. Wie Bürgermeister Helmut Wenzel (parteilos) vor der eigentlichen Präsentation der Ausbaupläne betonte, kann dieser Anliegerbeitrag mittlerweile aber nicht mehr fest eingeplant werden. Insofern könne heute auch noch nicht gesagt werden, wie das Projekt finanziert und wann mit dem Ausbau begonnen wird. Aufgrund der Diskussion über die Abschaffung der Beiträge wäre das unseriös. „Wir sind keine Scharlatane“, sagte Helmut Wenzel.

Nötig jedoch hätte die 883 Meter lange Straße die Sanierung wohl dringend. Vor allem das Leitungssystem ist stark angegriffen, wie sich bei einer Kanalinspektion mit Kamerabefahrung gezeigt hat. Rathaus-Mitarbeiter Hartmut Streich, zuständig für Tiefbau-Projekte, zeigte im Saal Fotos rissiger, teilweise bereits eingebrochener Leitungen. Der Wasser- und Abwasserzweckverband Calau (WAC) ist daher zuerst gefordert. Bis Herbst soll die Planung für den Neubau des Schmutzwasserkanals vorliegen, die Bauausführung nehme wahrscheinlich ein Dreivierteljahr Zeit in Anspruch.

Nicht vor 2020 also, so Hartmut Streich, könnte die Stadt Lübbenau mit dem Einbau der Regenwasserleitung und dem grundhaften Ausbau der Straße nachziehen. Die Straße hat derzeit nur eine 25 Jahre alte, zehn Zentimeter dicke Asphaltdecke, ohne Schottertragschicht. Bei einer Fahrbahnerneuerung würde die mit eingezogen, außerdem seitlich Rinnen, überfahrbare Borde und Lesesteinpflaster eingebaut, wie ein Mitarbeiter des beauftragten Cottbuser Planungsbüros ausführte. Nicht beteiligt werden die Anwohner an den Bau- und Planungskosten in Höhe von etwa 645 000 Euro für einen Stottoffbrücke-Ersatzneubau. Geplant ist eine einspurige Brücke mit Stahlbetontragwerk.

Die Anwohner interessierte unter anderem, ob Stottoff verkehrsberuhigt bleibt, geplante Parkplätze wirklich notwendig sind und während der Bauarbeiten die Grundstück zugänglich bleiben. Anderen Fragestellern erscheint die Regenwasserleitung zu groß dimensioniert und die Straßen zu breit geplant. Ein Anwohner zweifelte an, dass die Straße selbst überhaupt erneuert werden muss. Woraufhin Wenzel darauf hinwies, dass die Fahrbahn wegen des Schmutzwasserkanaleinbaus ohnehin fast auf voller Breite aufgebrochen werden muss. Da biete es sich an, sie gleich zu erneuern und mit dem WAC zusammenzuarbeiten. Ähnlich diskutiert wurde beispielsweise auch in Vetschau bei der Präsentation der Planung für den Ausbau der Schönebegker Straße. Fest zugesagt wurde, rechtzeitig über eine detaillierte Planung und die Kostenanteile für die Anwohner zu informieren.