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Straße mit Konfliktpotenzial

Neu gestalteter Platz in der Dammstraße. Auto- und Fußgängerverkehr werden hier gleichberechtigt sein.
Neu gestalteter Platz in der Dammstraße. Auto- und Fußgängerverkehr werden hier gleichberechtigt sein. FOTO: Preikschat
Lübbenau. Der neu geschaffene Platz in der Dammstraße in Lübbenau mag gelungen sein. Doch wie dort der Verkehr am besten zu regeln ist, das scheint nicht so leicht zu sein. Daniel Preikschat

Martin Richter hat sich die Verkehrssituation auf dem platzartig gestalteten Stück Dammstraße zwischen Busparkplatz und Stichstraße zum Pflegeheim näher angesehen. Dabei gelangte der CDU-Stadtverordnete zu der Überzeugung: Hier, wie von der Stadtverwaltung geplant, eine verkehrsberuhigte Zone einzurichten, empfiehlt sich nicht. Am Eingangstor zur Altstadt samt Häfen würden die vielen Fußgänger, die dort zeitweise die Straße queren, den Fahrzeugverkehr behindern.

Der Lübbenauer hat diesen Hinweis kürzlich im Bauausschuss gegeben - und etwas anderes vorgeschlagen. Warum nicht für diesen Straßenabschnitt einen "verkehrsberuhigten Geschäftsbereich" anordnen lassen. Dann könnte Tempo 10 oder 20 gelten und Fußgänger müssten Autos passieren lassen. Ähnlich argumentierte im Ausschuss der sachkundige Einwohner Christian Balke. Steigen auf dem Parkplatz Lübbenau-Besucher aus drei Bussen, wäre auf dem Platz der Verkehr lahmgelegt, so Balke. Kein Auto käme mehr vorbei.

Fachbereichsleiter Hartmut Klauschk und Planer Werner Hillmann vom Spremberger Büro MKS widersprachen jedoch. Klauschk wies darauf hin, dass die Planung bereits vorgestellt und diskutiert wurde. Es sei klar für den verkehrsberuhigten Bereich votiert worden, der nun auch verkehrsrechtlich angeordnet werden soll. In der Dammstraße, so Klauschk weiter, sei der Verkehr nicht so stark, wie von Richter und Balke eingeschätzt. Ein Grund dafür seien Parkplätze für Busse und Pkws vor dem verkehrsberuhigten Bereich. Zudem rollten die meisten Autos auf der Poststraße in die Altstadt.

Planer Werner Hillmann erkennt in dem Bereich der Dammstraße mit der neuen Platzfläche "ein relativ hohes Konfliktpotenzial". Bus- und Pkw-Verkehr, Radfahrer und Fußgänger durchmischten sich auf diesen 50 Metern. Eine verkehrsberuhigte Zone sichere ab, dass Fußgänger und Autofahrer gleichberechtigt seien. Wobei Hillmann klar eine Lanze für die Fußgänger brach, von denen viele schon älter seien und Schwierigkeiten hätten, die Straße zu überqueren. Es gehe nicht um Komfort für den Autofahrer, der in dem Abschnitt langsam und konzentriert fahren sollte, so der Planer. Das sicher eine verkehrsberuhigte Zone besser ab.

Martin Richter beantragte im Ausschuss, die Stadt möge prüfen, ob eine Tempo 10- oder Tempo 20-Zone eingerichtet werden könnte. Er bekam dafür auch eine Mehrheit. Die Stadtverwaltung jedoch sprach sich gegen eine solche Zone aus. Straße und Fußgängerbereich müssten dafür baulich getrennt sein. Das sei nicht der Fall, bekam Richter zur Antwort.

In der Stadtverordnetensitzung ging dann die Beschlussvorlage der Stadtverwaltung auch mehrheitlich durch: Der Dammstraßen-Abschnitt wird als verkehrsberuhigter Bereich ausgewiesen. Eine Entscheidung, die Richter sportlich nimmt. Man werde sehen, ob es so funktioniert. Ändern könne man andernfalls immer noch etwas.