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| 02:59 Uhr

Storchendrama ereignete sich in der Lübbenauer Bergstraße

Auf der seit 2007 geführten Nestchronik werde lediglich drei Kreuze vermerkt.
Auf der seit 2007 geführten Nestchronik werde lediglich drei Kreuze vermerkt. FOTO: Gabriele Baumung
Lübbenau. In dem Storchenhorst an der Bergstraße in Lübebnau hat sich ein Drama abgespielt. Alle drei Jungstörche verendeten am Dienstag innerhalb weniger Stunden unter den Augen der entsetzten Storchenpaten Frank und Uschi Nopper. Peter Becker/peb1

"Ich sah ein lebloses Knäuel am Rand liegen, daneben ein stehender Jungstorch. Er versuchte sich noch mit dem Schnabel am Nestrand abzustützen, knickte dann aber langsam ein und fiel tot um", schildert Uschi Nopper. Der herbeigerufene Weißstorchbeauftragte der Niederlausitz, Wolfgang Köhler, veranlasste die Bergung der Kadaver.

Die hinzugezogenen Experten Bernd Elsner vom Vetschauer Weißstorchzentrum und Jürgen Jentsch von der Unteren Naturschutzbehörde zeigten sich ebenfalls ratlos. Die toten Störche sollen nun untersucht werden. "Wir können nur mutmaßen, dass die Tiere mit für sie unverträglichem Futter versorgt wurden", so Köhler. Urlauberin Gabriele Baumung: "Wir sind Stammgäste bei Noppers und verfolgen jährlich das Aufwachsen der Jungstörche. Dass wir diesmal Zeugen eines Dramas wurden, werden wir sicher nie vergessen." Sie hatte mit ihrer Kamera die Bergung dokumentiert.

Die Fotos werden Uschi Noppers Archiv bereichern. Seit Jahrzehnten werden die Aufzuchterfolge und auch die Misserfolge dokumentiert. Die Storchenpaten wissen um die Schwankungen Bescheid. Solange der Mensch nicht seine Finger im Spiel hat, muss in jedem Jahr mit Verlusten gerechnet werden. "Wir hatten immer mal Nestabwürfe wegen Futtermangel, ungeklärte Todesursachen aber auch sehr viele erfolgreiche Aufzuchten. Einen Komplettausfall einer Brut konnten wir bisher noch nicht verzeichnen", so die Storchenpaten. Ihr Blick geht zu den Altstörchen, die ratlos im Horst stehen. "So ist eben die Natur. Hoffen wir, dass die Todesursache gefunden wird."