"Was den Vogelschutz betrifft, sind wir in der Region mit allen Freileitungen durch und haben sie beispielsweise mit Hauben und Abweisern ausgrüstet", sagt er.

Dass es am Donnerstagabend doch zu diesem Unfall kommen konnte, erklärt sich der Experte so: "Der Storch muss entweder abgerutscht sein als er sich setzen wollte, oder er ist dagegen geflogen." Alle Masten seien mit Kunststoffhauben ausgerüstet oder mit einem Büschel ausgerüstet, der mit einem Igel vergleichbar sei. "Jedes Jahr im Frühjahr und im Herbst finden Befahrungen statt, bei denen wir schauen, ob nachgerüstet werden muss", erklärt Peter Kempe. Es sei auch schon nötig gewesen, Ersatzmasten in zehn bis 20 Metern Entfernung aufzustellen, um einen zusätzlichen Schutz für Vögel und im Speziellen für Störche zu bieten. Erste Hauben, die vor rund 20 Jahren aufgebracht wurden, seien schon getauscht oder nachgerüstet worden.

Am Freitag musste die Stromversorgung für Tornitz und Umgebung kurzzeitig unterbrochen werden, damit der Storch geborgen und ein zusätzlicher Büschel aufgesetzt werden konnte.

Vetschau indes wartet vergebens auf ein Pärchen, das im Internet auf www.storchennest.de wie jedes Jahr beobachtet werden kann. "Aber immer wieder finden sich Störche ein, deshalb haben wird die Hoffnung noch nicht ganz aufgegeben", sagt Bernd Elsner, Geschäftsführer des Nabu-Regionalverbandes Calau. Bei den Störchen handele es sich offenbar um Vagabunden, die noch auf Nestsuche sind, so Elsner.