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Staustufe leitet ockerbelastetes Wasser Richtung Südumfluter

Am Wehr Q 20 im Radduscher Hafen haben Matthias Mutschke, Ulrich Lagemann, Winfried Böhmer und Sven Radigk (von links) die Situation eingehend beraten.
Am Wehr Q 20 im Radduscher Hafen haben Matthias Mutschke, Ulrich Lagemann, Winfried Böhmer und Sven Radigk (von links) die Situation eingehend beraten. FOTO: Peter Becker (peb1)
Raddusch. Das Göritzer Mühlenfließ ist im ersten Halbjahr vom Ockerschlamm befreit worden. Der wurde kürzlich abtransportiert. Peter Becker / peb1

Das Eisenoxid im Fließ wird ausschließlich aus dem Grundwasser an die Oberfläche gespült.

Winfried Böhmer vom Aktionsbündnis Klare Spree hat zu einem Vororttermin eingeladen. Mit weiteren Interessierten und Betroffenen wurden die Umleitungsmaßnahmen für das ockerbelastete Fließ begutachtet. Das Wasser wird durch eine Staustufe in den benachbarten A-Graben umgeleitet und fließt Richtung Südumfluter ab. Das wiederum hat zur Folge, dass das Wasser im Rest-Mühlenfließ bis zum Hafen zum Stillstand kommt.

Anlieger und Paddelbootverleiher Matthias Mutschke befürchtet, dass dadurch Geruchsbelästigungen auftreten könnten. Oder der Wasserstand sinkt gar so weit tief ab, dass Paddelboote nicht mehr eingelassen werden können.

Alle Anwesenden waren sich einig, dass unbedingt etwas geschehen muss, um die Wasserqualität anzuheben. Ursächlich dafür sind neben dem Zufluss aus dem Göritzer Mühlenfließ die (ockerhaltigen) Grundwassereintragungen aus dem Bereich des Seeser Fließes und des Absetzbeckens zu nennen.

Das Absetzbecken wird derzeit mit Soda behandelt. Damit soll eine etwas länger anhaltende Bindung des Ockers erzielt werden. Mit der bisherigen Methode der Bekalkung hält die Wirkung nicht so lange an wie mit Soda. Sven Radigk, Projektgruppenleiter Gewässergüte Fließgewässer bei der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbauverwaltungsgesellschaft (LMBV) sagte, dass keine Option offengelassen werden sollte.

"Wir müssen in Zukunft bei der Zusammenarbeit mit der Umweltbehörde und dem Wasser- und Bodenverband auch an eine Veränderung der Stauregularien denken. Damit soll letztlich erreicht werden, die Radduscher Kahnfahrt zu entlasten", kündigte der Projektgruppenleiter an. Kurzfristig wurde deshalb entschieden, dass in das Seeser Fließ Soda eingebracht wird. Darüber hinaus gibt es grünes Licht für die Staustufenveränderung.

Eine dauerhafte Braunfärbung wird als nicht gerade zuträglich für den Tourismus in Raddusch und Umgebung angesehen.