Unternehmer aus der Lausitz treffen sich und erzählen den jeweils anderen ihre Geschichte. So schnell lässt sich das Projekt „Unternehmer*innen im Erzählsalon“ erklären, das die Firma Rohnstock Biografien in Zusammenarbeit mit dem Lausitzer Unternehmernetzwerk Neopreneurs und weiteren Mitstreitern in den vergangenen Wochen umgesetzt hat.

In zehn Veranstaltungen von Mitte September bis Anfang Dezember nutzten zahlreiche Firmengründer aus der Lausitz diese Möglichkeit: Unter anderem Flugdrohnen-Fotografen, Dolmetscher oder Hersteller von Stoffwindeln gaben einen Einblick, welche Herausforderungen sie in der Lausitz auf dem Weg in die Selbstständigkeit meistern mussten. Die biografische Erzählrunde machte dabei jeweils Station an einem anderen Ort in der Lausitz – so trafen sich die Unternehmer nicht nur in Lübbenau, sondern auch in Senftenberg, Bad Liebenwerda oder Finsterwalde.

Umfassendes Bild gewonnen

Nach insgesamt 64 erzählten Geschichten ziehen die Organisatoren ein positives Fazit. „Wir haben ein relativ umfassendes Bild davon bekommen, welche Unternehmen es in der Region gibt“, so Nepomuk Rohnstock, der bei den Erzählsalons als Moderator durch den Abend führte.

„Viele Unternehmer konnten hier zum ersten Mal ihre Geschichte erzählen“, stellt Projektkoordinator Dr. Andreas Heilmann heraus. Dabei seien die vielfältigen Kompetenzen der Selbstständigen in der Lausitz sichtbar geworden und damit auch viele noch ungenutzte Potenziale im Hinblick auf den Strukturwandel.

Besonders wichtig sei aber nicht nur das Erzählen selbst gewesen, sondern dass die Unternehmer die Möglichkeit hatten, während und nach den Veranstaltungen Kontakte zu knüpfen. „Die Lausitz ist eine Flächenregion, hier muss man sich vernetzen“, so Nepomuk Rohnstock. Auch einer der Erzähler, der Finsterwalder Unternehmer Steffen Franzeck, stimmt dem zu. „Gleich im Anschluss an den Erzählsalon habe ich eine Kooperation klar gemacht.“

„Andere Gesprächsbasis“ als Trumpf

Dass das so gut funktioniert habe, hätte auch an der besonderen Atmosphäre der Erzählsalons gelegen, meint Stefan Aurenz vom Unternehmernetzwerk Neopreneur. Er unterstützte Rohnstock dabei, Firmengründer zu finden, die ihre Geschichten preisgeben wollten. Das Erzählen der persönlichen Erlebnisse habe dazu geführt, dass sich die Unternehmer auch auf zwischenmenschlicher Ebene austauschen können. „Das ist eine ganz andere Gesprächsbasis, mit der man mit den Menschen in Kontakt kommt“, sagt er. Die durch den Erzählsalon entstandenen Kooperationen seien damit von Anfang an nicht nur monetär belastet seien, sondern hätten auch einen ideellen Faktor.

Die Geschichten möchten die Projektorganisatoren bald auch in einem Buch veröffentlichen. In welcher Form oder in welcher Größe das geschehen wird, steht aber noch nicht fest. „Das ist alles noch vorbehaltlich, wie viele Gelder wir dafür erhalten“, so Projektkoordinator Andreas Heilmann.