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| 00:45 Uhr

Überraschung bei Kommunalwahlen
SPD und CDU verlieren in Lübbenau Sitze an die AfD

Lübbenau. Ortsverbandvorsitzender holt mehr als 2000 Stimmen. Im OSL-Kreistag knapper Vorsprung für die SPD vor der AfD. Von Daniel Preikschat

Die bislang stärksten politischen Kräfte in Lübbenau, SPD und CDU, haben am Sonntag bei der Kommunalwahl herbe Stimmenverluste hinnehmen müssen. Dies zeichnete sich nach Auszählung in 19 von 23 Wahllokalen gegen 0.30 Uhr ab. Laut diesem Zwischenstand verliert die SPD zwei und die CDU sogar drei ihrer bisher jeweils acht Sitze. Die AfD holt auf Anhieb sechs Sitze und allein Ortsverbandvorsitzender Marian von Stürmer mehr als 2000 Stimmen. Ihre bisher sechs Sitze behaupten kann offenbar die AWG. Die Wählergemeinschaft wäre damit in der SVV in der neuen Legislatur genau so stark vertreten wie SPD und AfD. Auch die FDP hat wohl künftig einen Abgeordneten in der Lübbenauer SVV.

Bei der Europawahl deklassiert die AfD im Landkreis OSL mit einem Stimmenanteil von 26,5 Prozent die vor fünf Jahren stärksten Parteien CDU (19,1 Prozent) und SPD (17,4 Prozent). Die Rechtspopulisten holen mehr als drei Mal so viel Stimmen als 2014, die sie SPD, CDU, aber auch den Linken abknöpfen.

Im OSL-Kreistag indes dürfte die SPD knapp vorn liegen. Nach abgeschlossener Auszählung in 163 von 168 Wahlbezirken hatten die Genossen 21,4 Prozent der Stimmen bekommen, die AfD 19,8 Prozent. 19,3 Prozent entfielen auf die CDU-Kandidaten.

Der Lübbenauer Wahlleiter Patrick Boslau hatte bereits angekündigt, dass in den 23 Wahllokalen die Arbeit nicht vor Mitternacht getan sein dürfte. Das bewahrheitete sich am Sonntag. Am längsten gedulden musste sich dabei, wer am Ausgang der Stadtverordnetenwahl interessiert war. Denn die Auszählung der Stimmen für die Wahl des Europa-Parlaments und für den Kreistag hatten Vorfahrt.