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| 02:32 Uhr

Stahlbetonbrücke steht vorm Abriss

Die Stahlbetonbrücke zwischen Alt/Neudöbern und Rettchensdorf, die als Eisenbahnbrücke nie in Betrieb ging, soll abgerissen werden.
Die Stahlbetonbrücke zwischen Alt/Neudöbern und Rettchensdorf, die als Eisenbahnbrücke nie in Betrieb ging, soll abgerissen werden. FOTO: uhd1
Neudöbern/Rettchensdorf. Die Stahlbetonbrücke zwischen Alt/Neudöbern und Rettchensdorf soll abgerissen werden. Der Zahn der Zeit nagt an dem grauen Bauwerk, das eine einzigartige Geschichte aufweist: Als Eisenbahnbrücke konzipiert und errichtet ist sie, wie auch der dazugehörende Bahndamm, nie in Betrieb genommen worden. Uwe Hegewald / uhd1 uhd1

"Die Ende der 1960er-Jahre errichtete Brücke ist in einem Zustand, von dem mittelfristig Gefahren ausgehen können", informierte Roland Schneider, Bürgermeister der Gemeinde Luckaitztal, während der zurückliegenden Gemeindevertretersitzung. Seit mehreren Jahren laufen Untersuchungen, wem die Brücke und die dazugehörigen Flurstücke zuzuordnen sind, so das Gemeindeoberhaupt. Im Grundbuch sind die Flurstücke noch als "Eigentum des Volkes - Rechtsträger Staatlicher Forstwirtschaftsbetrieb Hoyerswerda" eingetragen. Die über die Landesstraße L 532 führende Brücke sowie der Bahndamm unterliegen aufgrund ungeklärter Eigentumsverhältnisse bis heute keinerlei Zustandsüberwachung.

Am 1. Februar 1965 ist mit den Arbeiten der Eisenbahnstrecke begonnen worden. Sie sollte einen Teil der jetzigen Strecke Finsterwalde - Calau - Cottbus ersetzen - für den Fall, dass die Braunkohleindustrie durch Tagebau-Neuaufschlüsse entsprechendes Terrain beansprucht. Die Braunkohle-Zusammenhänge könnten sich jetzt als Glücksfall erweisen, fallen diese doch in das Aufgabenfeld des Bergbausanierers LMBV. Die Lausitzer- und Mitteldeutsche Bergbauverwaltungsgesellschaft mbH zeigt sich auch gewillt, den Brückenrückbau zu finanzieren. Einzige Bedingung: Klärung der Eigentumsproblematik. Da eine abschließende Klärung derzeit jedoch nicht absehbar ist, sieht sich die Gemeinde Luckaitztal in der Verantwortung, das Problem einer Lösung zuzuführen. Im Interesse der Gefahrenabwehr an der Brücke billigt sie eine Vermögenszuordnung der betreffenden Flurstücke und somit einer Übereignung der betroffenen Grundstücke in kommunales Eigentum. Einstimmig verständigten sich die Gemeindevertreter darüber, beim Bundesamt für zentrale Dienste und offene Vermögensfragen (Vermögenszuordnungsstelle), die Zuordnung in das Eigentum der Gemeinde Luckaitztal zu beantragen. Voraussetzung für den Antrag ist eine Erklärung der LMBV, dass diese die Finanzierung und Ausführung des Brückenrückbaus übernimmt. Amtsdirektor Detlef höhl hat den Auftrag, die Verpflichtungserklärung der LMBV einzuholen.

Zum Thema:
Neben dem Alter des Bauwerks führen Baumwuchs auf der Brücke sowie Korrosion an den Brückengeländern zu einer Gefahr für Fußgänger und Fahrzeuge. Die nie genutzte Brücke sowie der bis zu neun Meter hohe Damm sind von 1965 bis etwa 1973 im Auftrag des VEB Braunkohlenkombinats Lauchhammer errichtet worden. Der Bahndamm wurde seinerzeit fertiggestellt - mit einer Dammkrone, die Platz für eine zweigleisige Streckenführung aufwies. Heute ist der Damm mit einem bis zu sieben Meter hohen Baumbewuchs und zum Teil dichtem Unterholz zugewuchert. uhd1