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| 16:19 Uhr

Kommunale Bürgerbeteiligung
Stadtumbau Vetschau geht weiter

Das Vereinsgebäude von Blau-Weiß Vetschau, wo wohl ein Neubau notwendig wird. Das Projekt steht bei der Stadtumbaustrategie 2030 im Fokus.
Das Vereinsgebäude von Blau-Weiß Vetschau, wo wohl ein Neubau notwendig wird. Das Projekt steht bei der Stadtumbaustrategie 2030 im Fokus. FOTO: Rüdiger Hofmann
Vetschau. Abgeordnete stimmen Vorschlägen nach Bürgerbeteiligung zu. Maßnahmen reichen bis 2030. Von Rüdiger Hofmann

Die Stadt Vetschau überarbeitet derzeit ihre Stadtumbaustrategie. Die darin vorgeschlagenen Maßnahmen reichen bis in das Jahr 2030. Bewohner und Multiplikatoren werden in mehreren Runden befragt, wie sie mögliche Umbaumaßnahmen bewerten und wo der Handlungsbedarf am dringlichsten sei. Dazu fanden Arbeitsgespräche im November 2017, Januar 2018 sowie Bürgerversammlungen im Februar bei LR vor Ort und im Bürgersaal Ende März statt. „Über einen Aufruf im Amtsblatt und der Homepage der Stadt Vetschau bestand für Jedermann die Möglichkeit, sich bis Mitte April zu beteiligen“, teilt die Stadt mit. In der jüngsten Stadtverordnetenversammlung haben die Abgeordneten nun den Abwägungsvorschlägen zu den eingereichten Stellungnahmen der Bürger einstimmig zugestimmt.

Grundsätzlich hält Vetschau an vier Entwicklungszielen fest: Die Grundversorgung und wirtschaftliche Entwicklung müssen sichergestellt werden. Der Stadtumbauprozess soll fortgesetzt, touristische Höhepunkte ausgebaut und der Schulstandort aufgewertet werden. Darüber hinaus sind bei den bisherigen Treffen etliche Vorschläge von Vertretern aus Zivilgesellschaft, Wohnungswirtschaft, Sozialen Trägern, Politik und Stadtverwaltung diskutiert worden, die im Folgenden aufgezeigt werden.

Stichwort Wohnungen/Wohnumfeld: Geplant ist auf der einen Seite die Schaffung von zeitgemäßen modernen Wohnungen – gegebenenfalls durch Umbau oder Grundrissänderungen in Bestandsgebäuden oder Neubau. Zudem sollen altersgerechte Wohnungen und barrierefreie Hauseingänge geschaffen werden, indem vor allem Aufzüge nachzurüsten sind. Auf den Flächen rückgebauter Wohnblöcke wird deren Gestaltung vordringlich. „Im künftigen Lärmaktionsplan rückt die Reduzierung der Lärmbelästigung der Wohnquartiere durch eine mögliche Geschwindigkeitsreduzierung auf der an Vetschau angrenzenden Autobahn in den Fokus“, heißt es aus der Ergebnisdokumentation.

Stichwort Innenstadt und Parks: Das Zentrum soll zu einem Anziehungspunkt werden – „mit einem Straßenbild ohne Schmierereien.“ Grünflächen sind mit Bänken und Spielgeräten auszustatten. Die Straßenbeleuchtung sollte auf neue energiesparende Beleuchtung umgestellt werden. Hinzu kommt die Gestaltung der Stadteingänge und Kreisverkehre sowie die Befestigung des Rummelplatzes. In der Juri-Gagarin-Straße besteht Sanierungsbedarf bei Fahrbahn und Fußweg. Der Griebenowpark ist als Naturraum mit Park- und Erholungsfunktion qualitativ aufzuwerten. Der Jahn-
sportpark ist als Freizeit- und Erholungszentrum zu etablieren.

Stichwort Gemeindehäuser: Diese sollten generell für die Bürger gestärkt werden, indem Jugendtreffs, Sprayerwände oder Kinderbetreuungsmaßnahmen angeboten werden. Ein weiterzuentwickelndes Radwegenetz zur Verbindung der Gemeindehäuser taucht in den Vorschlägen ebenfalls auf.

Stichwort Vereine/Freizeit: „Hier rückt vor allem der dringend empfohlene Neubau des Vereinsgebäudes von Blau-Weiß Vetschau in den kommenden Jahren auf die Tagesordnung“, wie es aus dem Abwägungsprotokoll heißt. Das Freizeitangebot für junge Leute muss stetig verbessert werden.

Stichwort Stadtmarketing: Um neue Bürger für Vetschau zu gewinnen, lohnt sich der Blick nach Calau: Dort bietet die Wohn- und Baugesellschaft für Familien das 1. Kinderzimmer fünf Jahre mietfrei an – bei Abschluss eines neuen Mietvertrages.