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| 15:45 Uhr

Stadtumbau
Stadtumbau — Lübbenau bewirbt sich mit 56 Projekten

Die Sanierung des Delphinbads gehört zu den Stadtumbau-Projekten in Lübbenau, die den Stadtverordneten besonders wichtig sind.
Die Sanierung des Delphinbads gehört zu den Stadtumbau-Projekten in Lübbenau, die den Stadtverordneten besonders wichtig sind. FOTO: Daniel Preikschat / LR
Lübbenau. Ein umfangeicher Vorhaben-Katalog soll weitere Fördermittel in Größenordnung sichern. Von Daniel Preikschat

„Plausibel aufbereitet“, „beachtlich“, „eine gute Darstellung“ – ihren Respekt für eine beeindruckende Fleißarbeit ihrer Verwaltung zollten kürzlich Lübbenauer Stadtverordnete in diversen Fachausschuss-Sitzungen. Was so mit Lob bedacht wurde, ist ein Maßnahmenkatalog mit 56 Stadtumbau-Projekten. Wobei jedes Vorhaben kompakt auf einer Seite mit Foto, Beschreibung, Kostenschätzung, Ziel der Maßnahme und Zeitplan für die Realisierung vorgestellt wird.

Im Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung in Potsdam, wo sich die Lübbenauer bereits um erneute Aufnahme in das Städtebauförderprogramm beworben haben, will man so einen Maßnahme-Katalog sehen. Es handle sich, so Bürgermeister Helmut Wenzel (parteilos) gegenüber den Abgeordneten, um eine zuverlässige 75 Prozent-Förderung, von der die Spreewaldstadt seit vielen Jahren profitieren konnte.

Vieles von dem, was aufgelistet wird, sei eh längst geplant, oftmals konnte man auf dem Integrierten Stadtentwicklungskonzept (INSEK) aufbauen. Im neuen Katalog sind die 56 Stadtumbau-Vorhaben in vier Gruppen nach Wichtigkeit geordnet. Am interessantesten sind dabei sicher die 17 Projekte, denen man im Rathaus eine hohe Priorität einräumt und die „zeitnah realisiert werden sollen“. Die Lokschuppen-Nachnutzung und der Umbau der Traugott-Hirschberger-Grundschule zum Hort sind hier ebenso genannt wie die Entwicklung des Rosengartens, der Ankauf und die Sicherung des Alten Friedhofs in der Neustadt oder auch die Hüllensanierung von Einzeldenkmalen des historischen Stadtkerns.

Ebenfalls aufgenommen in diese Gruppe der Top 17 wurde die Schwimmhalle „Delphin“. Was unter anderem Carola Krahl (SPD) und Norbert Badack (CDU) auch für ganz wichtig halten, insbesondere für das Schulschwimmen in der ganzen Region. Carola Krahl hakte bei Wenzel nach, wann denn die Halle nun energetisch saniert und das Angebot dort erweitert werden könne.

Sollte der Bescheid dafür im Herbst eintreffen, sagte der Bürgermeister vorsichtig, könnte die Gesamtfinanzierung gesichert sein. Keinesfalls vor 2019 jedoch dürfte die Sanierung starten. Wenzel verwies auf die sechs bis sieben Millionen Euro teure Spreeweltenbadsanierung, die vorher dran sei.

Das Delphinbad ist allerdings auch Spitzenreiter in der Top-17-Gruppe, was die Kostenschätzung angeht: Von 4,33 Millionen Euro geht man im Lübbenauer Rathaus aus. Selbst die Sicherung und Nachnutzung des Lokschuppens, schätzt man in der Stadtverwaltung, dürfte weniger kosten, nämlich etwa drei Millionen Euro.

Die meisten Projekte, 34 an der Zahl, sind in der zweiten Gruppe des Stadtumbau-Katalogs zusammengefasst. Beispielsweise den Wasserturm am Gleis 3 umzunutzen, die Gebäudehülle der Werner-Seelenbinder-Grundschule zu sanieren oder einen Wirtschaftshafen mit Wasserrastplatz an der Schneidemühle zu erreichten – das alles sei zwar notwendig, um formulierte Ziele des Stadtumbaus zu erreichen, derzeit aber nicht umsetzbar.

In der dritten und vierten Gruppe sind noch insgesamt fünf weitere Maßnahmen genannt. Die beiden Langzeitprojekte Niveaufreies Verkehrskonzept und Sportpark – wobei hier Gebäude und Freianlagen getrennt betrachtet werden – sollen eher über andere Förderprogramme realisiert werden.

Ohne Förderung schließlich wird die ehemalige Gaststätte „Turbine“ umgenutzt und der Rote Platz neu gestaltet. Die Gemeinschaftliche Wohnungsbaugenossenschaft (GWG) in Lübbenau beziehungsweise Rewe und die WiS Wohnungsbaugesellschaft im Spreewald sind hier die Bauherren.