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Stadtansichten in einem Geflecht bewegter Linien

Der Berliner Künstler Andreas Mattern stellt auf Gut Geisendorf bis Anfang Dezember Aquarelle und Radierungen aus.
Der Berliner Künstler Andreas Mattern stellt auf Gut Geisendorf bis Anfang Dezember Aquarelle und Radierungen aus. FOTO: Hoberg
Neupetershain. "Ansichtssache" ist das Motto der letzten Ausstellung dieses Jahres auf Gut Geisendorf, dem Kulturforum der Lausitzer Braunkohle. Der Berliner Maler Andreas Mattern präsentiert auf zwei Etagen 33 Aquarelle und Radierungen, meist erst in jüngster Zeit entstanden. Ingrid Hoberg

Es sind Stadtansichten und Landschaften, die sich durch ihre besondere Farbigkeit und eigenwillige Linienführung auszeichnen. Ob die 5th Avenue in New York, das Schloss Charlottenburg in Berlin oder der Spremberger Turm in Cottbus - er überrascht und beeindruckt die Betrachter mit seinen Ansichten.

"Lebendig ist wichtiger als richtig", lautet sein Motto, das er ebenso in Malkursen weitergibt. "Auch ohne die Anwesenheit von Menschen wirken die Bilder von Andreas Mattern wie Momentaufnahmen pulsierenden Lebens, in dessen Mitte der Künstler selbst steht", heißt es im Katalog, der zur Geisendorfer Ausstellung herausgegeben wurde.

In der Regel male er vor Ort, manches werde im Atelier nachgearbeitet, erklärt Andreas Mattern. Reisen führten ihn in viel Länder - doch auch seine Heimat Mecklenburg-Vorpommern, in der er einst die Grafikschule Schwerin besuchte, findet sich in den Motiven wieder. Seit mehr als 30 Jahren widmet er sich überwiegend dem Aquarell und der Radierung. "Das Aquarell ist nicht nur lieb, nett und schön - aus dieser Ecke möchte ich es herausholen", sagt der Künstler. Oft werde es als Vorstudie für "richtige" Gemälde missverstanden. Dass er seine Aquarelle nicht klein machen will, beweist er selbstbewusst auch durch die Wahl der Formate. Seine Arbeiten gehen über die vom Betrachter gewohnte Bildgröße hinaus. 56 mal 76 Zentimeter ist sein bevorzugtes Format bei den Arbeiten in dieser Ausstellung.

Thomas Penk von Vattenfall schlug zur Ausstellungseröffnung den Bogen von den künstlerischen Eindrücken, die die Arbeiten von Andreas Mattern beim Betrachter hinterlassen, zum Tagebau Welzow-Süd. Der Absetzer, der den Abraum transportiert, steht zurzeit zum Greifen nah am Gutshaus. Die Geschwindigkeit, mit der die Verfüllung erfolgt, sei beeindruckend, so der Bergbau-Fachmann.

Welche Eindrücke die Ausstellungseröffnung am Rand des Tagebaus beim Maler Andreas Mattern hinterlassen hat, beschreibt er in seinem Blog, der über die Internetseite www.andreasmattern.com zu erreichen ist. Musikalisch begleitet wurde die Vernissage von Paula Licht (Gesang/Klavier) und Franz Ebeling (Gitarre) von der Hochschule Lausitz.

Die nächste Veranstaltung auf Gut Geisendorf findet am Donnerstag, 18. Oktober, um 19 Uhr statt. Die Autorin Anette Leo präsentiert im 15. Literaturforum ihr Buch "Erwin Strittmatter. Die Biografie".