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Stadt will kürzere Schulwege

Die Werner-Seelenbinder- und die Traugott-Hirschberger Grundschule (r.) nehmen viele Kinder aus den Lübbenauer Ortsteilen auf.
Die Werner-Seelenbinder- und die Traugott-Hirschberger Grundschule (r.) nehmen viele Kinder aus den Lübbenauer Ortsteilen auf. FOTO: dpr
Lübbenau. Die Wege für Grundschüler aus den Lübbenauer Ortsteilen in die Stadt sollen künftig kürzer werden. Ab wann jedoch, lässt sich noch nicht absehen. Denn zuvor müssen noch andere wichtige Fragen geklärt werden. Daniel Preikschat

Mit Blick auf den Stadtplan erscheint es unsinnig: Kinder aus Radden, Beuchow und Krimnitz werden in die Traugott-Hirschberger-Grundschule gefahren, obwohl die Werner-Seelenbinder-Grundschule deutlich näher liegt. Umgekehrt wären die Busse aus Boblitz, Bischdorf und Groß Lübbenau viel schneller in der Traugott-Hirschberger- als in der Werner-Seelenbinder-Grundschule.

Genau das haben Eltern aus diesen drei Ortsteilen nun bei der Stadt für ihre fünf Kinder beantragt. Der Antrag jedoch wurde abgelehnt. Zwar wolle man auch im Rathaus kürzere Schulwege, wie Bereichsleiter Peter Lippold sagt. Nur lasse sich das so schnell nicht regeln. Denn bevor die Einzugsbereiche für beide Schulen geändert werden können, ist erstens zu klären: Sollen beide Einrichtungen künftig zweizügig laufen, wie von der Stadtverwaltung vorgeschlagen? Derzeit wird in der Seelenbinder-Schule dreizügig, in der Hirschberger-Schule nur einzügig unterrichtet. Und zweitens: Kommt für die Grundschule Jenaplanhaus ein anderer Standort infrage, damit die direkt benachbarte Hirschberger-Schule die dann frei werdenden Räume mit nutzen kann? Neuer Standort für die Jenaplanschule könnte das derzeit leer stehende Oberstufenzentrum sein. Aber auch - langfristiger gedacht - die Ehm-Welk-Oberschule.

Diese Fragen klären soll eine Schulentwicklungsplanung. Drei Varianten schlägt die Stadt vor, die diskutiert werden müssen, so Lippold. Die Stadtverordneten wollen nicht unter Zeitdruck entscheiden. Daher ließe sich nicht vorhersagen, wann diese Schulentwicklungsplanung beschlossen sein wird. Erst dann aber, erklärte Bürgermeister Helmut Wenzel (parteilos) am Mittwoch im Hauptausschuss auch den anwesenden Boblitzer Eltern, könne man die Einzugsbereiche neu festlegen und für kürzere Wege zu den beiden Grundschulen sorgen. Bis dahin gelte die alte Schulbezirkssatzung, ergo müsse ihr Antrag abgelehnt werden.

Eine kleine Änderung in der Satzung wird es allerdings schon vorher geben. Einige Straßen in der Stadt Lübbenau selbst werden zum Schuljahr 2017/2018 dem Einzugsbereich der Werner-Seelenbinder-Schule zugeschlagen. Den Beschluss dafür fassen die Stadtverordneten voraussichtlich im November. Der Bildungsausschuss gab Mittwoch dafür seine Empfehlung. Verhindert werden soll so, dass die nur einzügige laufende Traugott-Hirschberger-Schule zu viele Anmeldungen bekommt, so Peter Lippold. Denn schon jetzt habe die erste Klasse dort eigentlich zu viele Schüler, nämlich 31. Nur dank des jahrgangsübergreifenden Unterrichts Flex in der Einrichtung sei das zu tolerieren.

Die Boblitzer Eltern konnte Peter Lippold nur an das Staatliche Schulamt in Cottbus verweisen. Dort könne man festlegen, dass die fünf Kinder die Hirschberger-Schule besuchen dürfen, auch wenn die Schulbezirkssatzung für Lübbenau etwas anderes vorsieht. Allerdings müssten die Eltern erneut einen Antrag stellen.