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| 16:37 Uhr

Stadt Vetschau will Ratskeller kaufen

Um den denkmalgeschützten Vetschauer Ratskeller ist es nur äußerlich ruhig geworden. Foto: H. Kuschy
Um den denkmalgeschützten Vetschauer Ratskeller ist es nur äußerlich ruhig geworden. Foto: H. Kuschy FOTO: H. Kuschy
Vetschau. Der Vetschauer Ratskeller wird winterfest gemacht. Seit Wochen ist das einstige erste Haus am Platze geschlossen. Der bisherige Betreiber hat Insolvenz angemeldet. Die Realwert Am Markt 5/6 Verwaltungs GmbH &Co. KG als Eigentümerin verfolgt nach wie vor das Ziel, dort betreutes Wohnen zu etablieren. Von Hannelore Kuschy

Wenn es rein äußerlich auch ruhig geworden ist um den Vetschauer Ratskeller, geht es doch hinter den Kulissen zur Sache. Zwischen Immobilieneigentümer und ehemaligem Betreiber droht ein Rechtsstreit.

Ende September wurde das Haus durch den bisherigen Betreiber geschlossen. Die Stahnsdorfer Realwert Gesellschaft als Eigentümerin zeigt sich verwundert über den "nicht angekündigten Auszug des Pächters K + R Hotelmanagement und Betriebsgesellschaft mbH, vertreten durch den Geschäftsführer Herrn Rausch". Wie René Hinz vom Stahnsdorfer Unternehmen auf Anfrage mitteilt, habe er erst durch Dritte erfahren, dass der Ratskeller leer steht. "Daraufhin haben wir das Objekt gesichert und notwendige Reparaturen veranlasst, so dass keine weiteren Schäden entstehen können", erklärt er. Noch am selben Tag sei er davon in Kenntnis gesetzt worden, dass Insolvenz angemeldet wurde "und die offenen Pachtzahlungen somit unter die Insolvenzmasse fallen, was gleichzusetzen ist mit einem Totalausfall. Derzeit sind wir am Prüfen, ob wir Strafanzeige wegen Insolvenzverschleppung stellen werden", so Hinz.

Marek Rausch will sich mit Verweis auf ein laufendes Verfahren nicht dazu äußern. Nur so viel: "Um die Insolvenz nicht zu verschleppen, musste ich handeln und zumachen. Es gab viel Schriftverkehr mit dem Unternehmen. Zu einer Einigung ist es aber nicht gekommen."

Realwert verfolgt nach eigenen Angaben weiter das Ziel, den Ratskeller zum betreuten Wohnen umzunutzen: "Wir befinden uns derzeit im Bauantragsverfahren für eine Umnutzung in betreutes Wohnen." Eine Voranfrage zur Nutzungsänderung war im Frühjahr positiv beschieden worden. "Hierbei ging es jedoch lediglich um die Art der Nutzung. Das bedeutete nicht, dass automatisch gebaut werden darf. Dazu ist eine Baugenehmigung zu beantragen, in der beispielsweise Fragen der Gestaltung und Sanierung des Gebäudes, welches ein Einzeldenkmal ist, geprüft werden", erläutert Dunja Matschke, Pressesprecherin der Kreisverwaltung. In diesen Tagen seien die eigentlichen Bauunterlagen bei der unteren Bauaufsicht eingegangen, die nun bearbeitet würden.

Unterdessen ist die Stadtverwaltung Vetschau im wöchentlichen Disput mit Realwert. Das Unternehmen hatte den Ratskeller für 300 000 Euro ersteigert. Wie Bürgermeister Bengt Kanzler (parteilos) sagt, denkt die Stadt darüber nach, den Ratskeller "zu einem akzeptablen Preis zu kaufen, wenn die Gesellschaft verkaufen will". Ihre Vorstellungen aber scheinen sich jenseits von Gut und Böse zu bewegen. Denn mehr als der Schätzwert - und der liegt bei knapp 500 000 Euro - ist für die Stadt undiskutabel. "Sie aber wollen deutlich mehr", so Bengt Kanzler.