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| 15:34 Uhr

Infrastruktur-Projekt
Auto-, Bahn- und Radverkehr kommen sich näher

 Bahnsteiggespräche in Vetschau mit Brandenburgs Infrastrukturministerin Kathrin Schneider.
Bahnsteiggespräche in Vetschau mit Brandenburgs Infrastrukturministerin Kathrin Schneider. FOTO: Peter Becker
Vetschau. Stadt Vetschau bekommt 227 000 Euro für Stellplätze am Bahnhof Von Peter Becker

Aus dem Programm ÖPNV-Invest erhält die Stadt Vetschau Fördermittel in Höhe von 227 000 Euro, unter anderem für den Neubau einer Park & Ride- und Bike & Ride-Anlage. Brandenburgs Infrastrukturministerin Kathrin Schneider (SPD) äußerte anlässlich einer Vorort-Besichtigung: „Wir wollen den Umstieg auf die Bahn erleichtern. Die neuen Abstellplätze für Fahrräder und Autos sind dafür ein attraktives Angebot. Vor allem die Pendler und Pendlerinnen, die aus den Ortsteilen der Stadt und Umlandgemeinden kommen, profitieren davon, natürlich auch die Gäste des Spreewalds. Durch die Neugestaltung des Platzes wird die Anbindung durch Busse deutlich verbessert“.

Die entstehende Anlage ergänzt das bereits vorhandene Stellplatzangebot auf der anderen, der südwestlichen Seite der Gleise. Das Projekt umfasst die Neuanlage von 62 Stellplätzen (Park&Ride), davon zwei Behindertenstellplätze, sowie den Aufbau zweier Ladesäulen für E-Autos. Zusätzlich entstehen 24 Abstellplätze für Fahrräder, der Busplatz wird ausgebaut und die Flächen werden bepflanzt und begrünt.

Den älteren Vetschauern ist das Baugelände noch bestens bekannt: Hier stand einst das Hotel Lenk, zu DDR-Zeiten eine Aufkaufstelle für Obst und Gemüse mit oft sehr langen Warteschlangen der Spreewälder davor, die ihre Gurken und anderes Gemüse (zu sehr günstigen Preisen) anlieferten.

Ministerin Schneider erwähnte vor den anwesenden Parlamentariern die gestiegenen Fahrgastzahlen von 3000 auf 5000 Personen am Tag innerhalb weniger Jahre, die entsprechende Maßnahmen nach sich ziehen müssen. Perspektivisch ist das der zweigleisige Ausbau der Strecke und die Anbindung der anliegenden Kümmelmühle ins Schienennetz.

Bauamtsleiter Sven Blümel wird den Unternehmern nahelegen, darin zu investieren. "Mögliche Änderungen der politischen Rahmenbedingungen könnten dazu führen, den Umstieg von der Straße auf die Schiene wieder lukrativ zu machen - und dann heißt es vorbereitet zu sein". Ministerin Schneider informierte die Anwesenden auch darüber, dass mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2022 wieder die Deutsche Bahn die Strecke bedienen wird und dass es dann auch wieder die Halte in Raddusch und Kolkwitz geben wird.

"Gern würde die Stadt auch das Bahnhofsgebäude erwerben, um es für städtische Belange entwickeln zu können. Im Moment ist allerdings noch kein wirklicher Durchbruch bei den Übernahmeverhandlungen zu verzeichnen", äußerte Bürgermeister Bengt Kanzler (parteilos).

Ministerin Schneider hatte sich Zeit mitgebracht und beobachtete das Ankommen und Abfahren der Züge. Die Bahnsteiganordnung ist keine zufriedenstellende, denn der rechtsseitige Bahnsteig wird nicht ausschließlich in Fahrtrichtung Berlin genutzt, was logisch wäre. Kathrin Schneider konnte selbst sehen, wie eine Reisegruppe noch schnell die Seiten wechseln musste. Sie setzt große Hoffnung auf den zweigleisigen Ausbau, der dann das Problem lösen wird.

 Bahnsteiggespräche in Vetschau mit Brandenburgs Infrastrukturministerin Kathrin Schneider.
Bahnsteiggespräche in Vetschau mit Brandenburgs Infrastrukturministerin Kathrin Schneider. FOTO: Peter Becker