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| 15:33 Uhr

Aktionsplan
Bedarf für mehr Lärmschutz

Die Asphaltierung der Kraftwerkstraße in Lübbenau ist eine der lärmmindernden Maßnahmen im innerstädtischen Bereich.
Die Asphaltierung der Kraftwerkstraße in Lübbenau ist eine der lärmmindernden Maßnahmen im innerstädtischen Bereich. FOTO: Preikschat / LR
Lübbenau. Vor allem Autobahnen und Landstraßen belasten die Lübbenauer nach wie vor. Von Daniel Preikschat

Bekanntschaft mit Isophonen-Bändern haben die wenigen Besucher einer Info-Veranstaltung zum Thema Lärmschutz kürzlich im Lübbenauer Rathaussaal gemacht. Entlang von Autobahnen und Landstraßen, aber auch entlang von stärker befahrenen kommunalen Straßen in Lübbenau wurde die dort jeweils entstehende Lärmbelastung auf grafischen Darstellungen sichtbar gemacht. Die Signalfarbe Rot herrschte oftmals vor – betrifft in ihrer Ausdehnung aber die Lärmquellen selbst. Dort sind keine Wohngebäude vorhanden. Dennoch sind einige Bereiche der Stadt von Umgebungslärm betroffen, was die Lärmaktionsplanung erforderlich macht.

In den nahe der A 13 und A 15 gelegenen Ortsteilen Groß Lübbenau, Groß Klessow, Eisdorf sowie Groß und Klein Beuchow ist im „Lärmaktionsplan“ ein Pegel größer als 45 Dezibel auch in der Nacht für die komplette Ortslage festgehalten. In diesen Dörfern sind die Einwohner „der Gefahr von Schlafstörungen ausgesetzt“. Laut „Prüfwerten“, die für Brandenburg definiert sind, ergibt sich jedoch erst ab 65 Dezibel tagsüber und 55 Dezibel nachts ein kurzfristiger Handlungsbedarf.

Helfen könnten den lärmgeplagten Menschen Lärmschutzwände oder auch der Einbau von offenporigem Asphalt. Anders sieht die vorgeschlagene Maßnahme für die Anwohner an der L 49 aus. In den betrachteten Landesstraßen-Abschnitten Chausseestraße, Berliner Straße und Boblitzer Chausseestraße-Zonen wird die Begrenzung der Geschwindigkeit auf 30 km/h als mögliches Mittel gesehen, die Dezibelpegel zu reduzieren. In der Berliner Straße sowie in der Boblitzer Chausseestraße südlich des L 55-Abzweigs sollte eine solche Begrenzung sogar kurzfristig eingerichtet werden.

Die Stadtverwaltung äußerte, dass es sich bei den Vorschlägen um Maßnahmen handelt, die weitestgehend schon im Aktionsplan der zweiten Stufe genannt waren und es sich als erforderlich erweist, jede einzelne Maßnahme zu überprüfen, wenn sie seitdem nicht realisiert worden ist.

Schließlich hat die Stadt Lübbenau auch stärker befahrene kommunale Straßen in der Neustadt in den Blick nehmen lassen. Die Straße der Jugend und die Geschwister-Scholl-Straße, wo über 45 Dezibel auch nachts berechnet wurden, sind grundhaft ausgebaut und umgestaltet worden. Hier hält die Stadt Geschwindigkeitsreduzierungen wegen der Verkehrsbedeutung der Straßen für nicht zielführend.

In der Straße des Friedens könnte Tempo 30 aus Lärmschutzgründen angesagt sein, ist aber ebenfalls nicht vorgesehen. Die Robert-KochStraße wird noch ausgebaut und umgestaltet, damit dort künftig der Lärm reduziert wird. Passiert ist das bereits in der Kraftwerkstraße. Um vier Dezibel konnten Verkehrsgeräusche vermindert werden.

Im Plan berücksichtigt sind auch die Straßen, die mehr Verkehrslärm ausgesetzt sein werden, wenn das „Niveaufreie Verkehrskonzept“ umgesetzt sein wird. Der über und unter die Bahngleise geleitete Verkehr wird in der Güterbahnhofstraße die Dezibelzahl ansteigen lassen; dafür erfolgt als beachtliche Lärmminderungsmaßnahme mit der geplanten Umstufung der Bahnhofstraße als Gemeindestraße und der Reduzierung des Verkehrs eine deutliche Entlastung. Gleichzeitig wird mit dem geplanten Wechsel des Straßenbelags in der Güterbahnhofstraße eine Kompensation gegenüber der heutigen Situation erreicht.