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| 14:28 Uhr

Ehrung
6690 Jahre geballte Handwerker-Erfahrung

 Installateurmeister Klaus Seemann aus Groß Gaglow bekam 1969 seinen Meisterbrief.
Installateurmeister Klaus Seemann aus Groß Gaglow bekam 1969 seinen Meisterbrief. FOTO: HWK Cottbus
Lehde. Ehrung für Diamantene und Goldene Handwerksmeister in Lehde.

Mit 44 Diamantenen und 81 Goldenen Meistern im Handwerk stehen zum Festakt am heutigen Mittwoch in Lehde 6690 Jahre geballte Handwerkererfahrung im Mittelpunkt. Die Frauen und Männer, die 1959 und 1969 ihre Meisterurkunde erhalten haben, werden für ihre verdienstvolle Arbeit im regionalen Handwerk gewürdigt. Die Diamantenen und Goldenen Meisterbriefe überreichen Hendrik Fischer, Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft und Energie des Landes Brandenburg, und Peter Dreißig, Präsident der Handwerkskammer

Cottbus (HWK).

Einer von ihnen ist der Installateurmeister Klaus Seemann aus Groß Gaglow bei Cottbus. Er erhält in Lehde den Goldenen Meisterbrief. Hohe Steuern, Skepsis gegenüber selbstständigen Handwerkern und Materialmangel allerorts: Ende der 1960er-Jahre war keine leichte Zeit für die Betriebe der Region.

Diese Erfahrung hat auch Klaus Seemann gemacht. Der Installateurmeister erhielt 1969 seinen Meisterbrief und ist damit einer der Goldenen Meister in Lehde. „Ein Jahr, nachdem ich meinen Meistertitel bekam, erhielt ich die Genehmigung, ein eigenes Gewerbe zu eröffnen“, erinnert sich Klaus Seemann. „Doch einfach war das nicht: Selbstständigkeit im Handwerk galt als kapitalistische Idee. Wir erhielten Auflagen vom Kreisbauamt, welche Aufträge wir umzusetzen hatten. Und das mit dem wenigen Material, das wir bekommen haben. Ich erhielt beispielsweise fünf ½-Zoll-Winkel für Wasserleitungen, die ich mir mit 20 anderen Betrieben teilen sollte“, berichtet der heute 79-Jährige.

Mit der Wende 1990 brach eine völlig neue Zeit an. Klaus Seemann schaffte Bohrhammer und Gewindeschneidemaschinen an, um auf dem neuesten Stand der Technik zu sein. Auf eine Ausschreibung kamen 50 Angebote – immer mehr Kunden investierten in neue Heizungen mit Gas oder Öl und wollten neue Bäder.

1990 erhielt der Installateurmeister außerdem die Urkunde des Ministeriums, um die Meisterausbildung für die Region neu mitgestalten zu können. „Wir setzten uns als Berufsgruppe für die Meisterprüfung ein, das wollten wir uns nicht nehmen lassen“, sagt Klaus Seemann.

Von 1992 bis 2005 war er Vorsitzender des Meisterprüfungsausschusses für Installateure und Heizungsbauer. „Die jungen Handwerker sollten ordentliche Meister werden mit Präzision, Sorgfalt bei der fachlichen Ausführung und Wertschätzung für das eigene Auftreten. Auf diese Generation bin ich heute noch stolz“, resümiert Klaus Seemann.

 Installateurmeister Klaus Seemann aus Groß Gaglow bekam 1969 seinen Meisterbrief.
Installateurmeister Klaus Seemann aus Groß Gaglow bekam 1969 seinen Meisterbrief. FOTO: HWK Cottbus