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| 21:23 Uhr

Umbau in Lübbenau ist vollbracht
Prominent ist das Spreeweltenbad schon eingeweiht

Viele Reden zu hören und viel anzuschauen gab es für die Gäse bei der Eröffnungsfeier im Spreeweltenbad.
Viele Reden zu hören und viel anzuschauen gab es für die Gäse bei der Eröffnungsfeier im Spreeweltenbad. FOTO: LR / Daniel Preikschat
Lübbenau. Die Gastredner würdigen das Zwölf-Millionen-Euro-Projekt bei der Eröffnungsfeier vor 400 geladenen Gästen. Für die Bürger beginnt der Wasserspaß am Wochenende. Von Daniel Preikschat

Zumindest für das Gastro-Personal im Spreeweltenbad war es am Montag eine Generalprobe für die Eröffnung am Samstag. Hunderte Gäste wollten im ausgebauten Restaurant Baldura und im neuen Birken-Bistro mit Speisen und Getränken versorgt werden. Planer, Handwerker, Stadtverordnete, Touristiker und Badmitarbeiter plauderten an den Tischen über das, was in gut 14 Monaten Bauzeit für mehr als zwölf Millionen Euro entstanden ist.

Ein wenig hatte man sich die Versorgung auch verdient. Gut eine Stunde stand der 400-köpfige Besuch um das große Becken herum an Stehtischen oder hatte Platz genommen auf den 120 Metern neu geschaffener Sitzbankfläche im Innenbereich, um die Grußreden anzuhören. Erwartungsgemäß wurde viel gelobt und gedankt, aber auch interessante Fakten sind genannt und gewagt kommentiert. So sprach Klaus Batz von der European Waterpark Association (EWA), dem Dachverband der Badbetreiber, von einem „Quantensprung“, den die Spreewelten gemacht haben. Den Vorgänger, das „Kristallbad“, nannte der EWA-Geschäftsführer ein „Bad von der Stange“. Die Spreewelten indes seien nach diesem Ausbau in die „Spitze der europäischen Bäderlandschaft“ vorgestoßen.

Anteil an der „Verwandlung“ eines 20 Jahre alten Bads in eine „Pinguinerlebniswelt“ haben nach Auffassung von Spreewelten-Geschäftsführer Michael Jakobs eine Reihe von Akteuren. Geldgeber waren der Eigentümer, die Stadt Lübenau, aber auch das Land Brandenburg, das 5,5 Millionen Euro an touristischer Infrastrukturförderung beigesteuert hat, wie Infrakturministerin Kathrin Schneider (SPD) sagte. Die gebürtige Lübbenerin konnte aber – wie nach ihr auch Landrat Siegurd Heinze (parteilos) – Mut, Engagement und Kreativität der Stadt und der Spreewelten nicht genug rühmen.

Mit Interesse erkundet wurde der Kinderspielplatz im Bad. Durch die Panoramascheibe kann den Pinguinen beim Herumtollen zugeschaut werden.
Mit Interesse erkundet wurde der Kinderspielplatz im Bad. Durch die Panoramascheibe kann den Pinguinen beim Herumtollen zugeschaut werden. FOTO: LR / Daniel Preikschat

Marketingleiter Steven Schwerdtner räumte gern ein, dass die Spreewelten die kreative Gestaltung wesentlich dem Unternehmen Dan Pearlman Erlebnisarchitektur verdanken. Noch gut erinnerte sich der Lübbenauer an einen Vortrag des Geschäftsführers Kieran Stanley, in dem es um die „Emotionalisierung von Welten“ ging. Schwerdtner und Badleiter Axel Kopsch suchten sofort das Gespräch und kamen mit dem Berliner Architekturbüro ins Geschäft. Damals hatten die Spreewelten die Pinguine zwar schon ins Bad geholt und sich damit ein Alleinstellungsmerkmal gesichert. Allerdings fehlte den Spreewelten noch die Geschichte zu den Pinguinen, wie der ebenfalls am Montag eingeladene Stanley sagte. Wie kommen die Tiere ausgerechnet in den Spreewald? Wie haben sie sich hier eingelebt? Das galt es zu erzählen.

Diese Geschichte habe man daraufhin gemeinsam entwickelt. Dabei brachte sich auch der Lübbenauer Bürgermeister Helmut Wenzel (parteilos) und seine Mitarbeiter ein. Was den Architekten positiv überrascht habe. Besagte Geschichte werde den Badbesuchern nun auf eine emotionale Art vermittelt. Nicht nur Kinder, ist sich Stanley sicher, auch deren Eltern nehme die erzählte Story für sich ein. Mit dieser beabsichtigten Bindung der Gäste an das Bad und der Steigerung an Attraktivität verfolgen Stadt und Spreewelten ein fast bescheiden wirkendes Ziel: Die vor der Schließung des Bads erreichte Besucherzahl soll gehalten werden. 250 000 bis 270 000 waren es im Jahr gewesen, so Marketingleiter Steven Schwerdtner. Genug, um der Stadt Lübbenau jährlich eine halbe Million Euro Pacht überweisen zu können. Da im März nächsten Jahres das mit dem Bad baulich verbundene Hotel Spreewelten eröffnet, hoffe man, möglicherweise sogar 300 000 Gäste ins Bad zu bekommen. Das wären täglich gut 700 Besucher.

Ob diese Zahl schon am kommenden Samstag erreicht wird, wenn der normale Badbetrieb anläuft – diese Frage möchte Schwerdtner doch lieber erst nach dem großen Eröffnungswochenende beantworten.