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| 18:30 Uhr

Artgerechte Haltung
Spreewelten weisen Kritik von Tierschutzorganisation zurück

 Humboldt-Pinguine im neuen Außenbecken des Spreeweltenbads.
Humboldt-Pinguine im neuen Außenbecken des Spreeweltenbads. FOTO: LR / Daniel Preikschat
Lübbenau. Badbetreiber verweist auf artgerechte Haltung und lehnt geforderte Auswilderung ab. Von Daniel Preikschat

Seit zehn Jahren nun schon bevölkern sie in Lübbenau das Spreeweltenbad. Im Dezember bekamen die Humboldt-Pinguine nach einem aufwendigen Ausbau des Außenbereichs deutlich mehr Platz in den Becken und an Land, spielen aber auch in der Vermarktung des Bads eine nun noch größere Rolle. Viel wurde investiert, um Mensch und Tier im Bad und im Außenbereich noch näher zusammenzubringen. Selbst im neuen Spreeweltenhotel, das im Februar eröffnet und mit einem Bademantelgang ans Bad andockt, sind Pinguine abgebildet. Es wird die Geschichte erzählt von ihrer Ankunft im Spreewald.

Geht es nach der Tierschutzorganisation Peta Deutschland, sollten die 22 Pinguine Lübbenau jedoch schnellstmöglich wieder verlassen dürfen. In einem E-Mail-Schreiben an den Spreewelten-Geschäftsführer Michael Jakobs verweist Meeresbiologin Tanja Breining auf Hinweise von Badegästen und bittet darum, den Tieren die Freiheit zu schenken und sie auszuwildern. „Pinguine sind im Meer zu Hause“, schreibt die Fachreferentin. Sie zur Unterhaltung in vergleichsweise enge und kahle Betonbecken einzusperren, sei unethisch. Ein Leben in Gefangenschaft könne für diese hochintelligenten Tiere niemals artgerecht sein, heißt es weiter. Abschließend wird empfohlen, von unabhängigen Biologen eine Auswilderung prüfen zu lassen. Möglich wäre auch, die Pinguine in eine betreute Auffangstation im Meer oder in einen großen Naturpark zu überführen.

Bei den Spreewelten jedoch hält Marketingleiter Steven Schwerdtner die Sorge der Fachreferentin um das Wohl der Tiere für „völlig unbegründet“. Europaweit sei wohl keine zweite Anlage so auf die Bedürfnisse der Humboldt-Pinguine zugeschnitten, heißt es in seiner Antwort an Peta weiter. 22 Tieren stünden 350 Kubikmeter Salzwasser zur Verfügung sowie drei Landteile, davon zwei mit Brutangeboten. Zwei Tierpfleger kümmerten sich auf Vollzeit um die Wasservögel. „Um ein Vielfaches“, entgegnet Schwerdtner den Tierschützern, übertreffe die Anlage nach dem Umbau alle Mindestanforderungen an die Haltung von Humboldt-Pinguinen. Artgerechte und möglichst naturnahe Haltung sei „oberste Prämisse“. So sei bei der Wasserbeckengestaltung bedacht worden, dass die Pinguine ihre Schwimm- und Tauchmöglichkeiten auch ausnutzen können.

Weiter geht Schwerdtner ausführlich ein auf die geringe Überlebenswahrscheinlichkeit der Pinguine nach einer Auswilderung und die Gründe dafür. Zugleich unterstützten die Spreewelten den Erhalt natürlicher Pinguin-Lebensräume in Chile und Peru durch Spenden an den Verein Sphenisco. Was Schwerdtner nicht abstreitet ist, dass die Pinguine „für unsere Gäste Unterhaltungswert haben“.