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Lübbenau
Filmdreh in Spreewälder Idylle

Spreewaldkrimi-Schauspieler Nadja Uhl (r.), Elias Martini (Mitte vorn), Matthias Lier (l.) sowie der Regisseuer Jan Fehse am Drehort, einer Wiese nahe der Pohlenzschänke in Lübbenau.
Spreewaldkrimi-Schauspieler Nadja Uhl (r.), Elias Martini (Mitte vorn), Matthias Lier (l.) sowie der Regisseuer Jan Fehse am Drehort, einer Wiese nahe der Pohlenzschänke in Lübbenau. FOTO: Preikschat / Medienhaus Lausitzer Rundschau
Lübbenau. Der elfte Teil in der ZDF-Krimireihe spielt überwiegend nahe der Pohlenzschänke, aber auch im Schloss wird gedreht.

Der Parkplatz vor der Pohlenzschänke in Lübbenau ist seit Dienstag vollgestellt mit Kleintransportern, Anhängerwagen und Kleinbussen. In einem Imbisswagen belegen zwei Männer Brötchen, Olaf Schwarck zapft sich am Automaten einen Pappbecher Cappucino ab. Unter den Arm geklemmt hat der Aufnahmeleiter eine Mappe mit den Dispositionen für die kommenden Drehtage. Haarklein steht darauf in Tabellen eingetragen, wer wo bei welchen Dreharbeiten beteiligt ist, welche Requisiten erforderlich sind.

„Dieser Parkplatz“, erklärt Olaf Schwarck, „ist sozusagen unsere Homebase.“ Von hier aus steigen die Schauspieler, drehfertig geschminkt und kostümiert, in den Kleinbus und werden etwa 300 Meter weit in die tiefste Spreewald-Idylle hineingefahren. Vor einer der Wiesen dort steht aufgereiht die Filmtechnik der Aspekt Telefilm-Produktions GmbH. Die Kamera und alle Blicke sind gerichtet auf einen schicken roten Bauwagen, den mehrere Menschen mit einem Seil fortbewegen wollen.

Die sich da so mühen, sind die Hauptdarsteller im mittlerweile elften ZDF-Spreewaldkrimi mit dem Arbeitstitel Das Lächeln der Schimäre“. Für den Film, so viel kann Produktionsleiter Hartmut Damberg schon  verraten, spielt diese Wiese eine entscheidende Rolle. Tanja Bartko, die Spreewaldkrimi-Kenner aus Folge zwei noch kennen mögen und die von Nadja Uhl gespielt wird, hat das schöne Grundstück am Fließ geerbt und möchte sich hier mit ihrer Familie niederlassen. Doch Investitionsbetrüger verfolgen andere Interessen.

In insgesamt 24 Drehtagen, so der Produktionsleiter weiter, soll die elfte Folge abgedreht sein. An zehn Tagen werde nur auf der Wiese gedreht. Umso hilfreicher sei das Entgegenkommen von Pohlenzschänke-Wirtin Stephanie Fittkau, die der Film-Crew den Parkplatz überlassen hat. Wo in der Zeit ihre Gäste parken? „Zu uns kommen überwiegend nur Radfahrer und Bootfahrer“, sagt sie. Außerdem schließe die Schänke ab Montag wieder über den Winter. Außer mit den Stellflächen hilft Stephanie Fittkau auch mit Trinkwasserversorgung. Bei schlechtem Wetter könne der Caterer bei ihr im  Saal auftragen.

 Für Folge zehn, die am 13. November im ZDF zu sehen sein wird, wurde eine Szene in ihrem Biergarten gedreht. Das sei schon erlebnisreich gewesen, so die Gastronomin. Zu sehen, wie gedreht wird, die Schauspieler mal ganz aus der Nähe bei der Arbeit beobachten zu können. So ganz einverstanden sei sie zwar nicht mit dem Bild, das in der Krimi-Reihe vom Spreewald vermittelt wird. „Das ist mir schon ein bisschen verzerrt.“ Dafür bekomme die Region prima Werbung. Und spannend seien die Folgen auch, sie kenne alle.

Nicht nur in der Pohlenzschänke jedoch, so Produktionsleiter Hartmut Damberg weiter, sei man dem Spreewaldkrimi wohl gesonnen und helfe. Er möchte hier vor allem noch den Grafen Rochus zu Lynar erwähnen. Das Schloss in Lübbenau habe in „Das Lachen der Schimäre“ einen prominenten Auftritt: Auf der Schlosswiese werde ein Hubschrauber landen und einen Richter absetzen, der dann im Bankettsaal des Schlosses eine Gerichtsverhandlung leiten wird, in der es wiederum um die schöne Spreewaldwiese geht. Klingt etwas verworren? In dem Film werde alles plausibel aufgestrippt, das Dehbuch von Thomas Kirchner sei wieder sehr gut und nehme sich eines aktuellen brisanten Themas an.

Ebenfalls erneut Drehort ist in Lübbenau wieder der Große Spreewaldhafen. In der Nachbarstadt Lübben nutzt die Produktionsfirma  diesmal die Kfz-Zulassungsstelle als Polizeirevier. Schon bewährt habe sich der alte Klinkerbau am Lübbener Krankenhaus, in dem im Film die Pathologie sein wird. Allerdings beschränken sich die Dreharbeiten hier auf Innenraum-Szenen. Von der Stadt Lübben werde nichts weiter eingefangen. Die letzte vier Drehtage schließlich, sagt Hartmut Damberg, sind in Berlin vorgesehen. Die Dreharbeiten samt Hubschrauberlandung auf der Schlosswiese sind auf den 23. Oktober terminiert.