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Spreewald- und Schützenfest nur noch alle zwei Jahre?

Der Kahnkorso am Sonntag gehört zu den Höhepunkten des Lübbenauer Spreewald- und Schützenfestes.
Der Kahnkorso am Sonntag gehört zu den Höhepunkten des Lübbenauer Spreewald- und Schützenfestes. FOTO: Peter Becker/peb1
Lübbenau. Das traditionsreiche Spreewald- und Schützenfest mit Jahr für Jahr Tausende Besuchern soll nur noch alle zwei Jahre stattfinden. Ob dieser Vorschlag der Organisatoren bei den Stadtverordneten mehrheitsfähig ist und also auch realisiert werden kann, zeigt sich in den nächsten Tagen. Daniel Preikschat

Stimmt schon, endgültig entschieden wird erst in der Stadtverordnetenversammlung am 22. Februar. Doch in gleich drei Fachausschüssen in dieser Woche stimmen die Abgeordneten darüber ab, ob sie den neuen Veranstaltungsturnus zum Beschluss empfehlen. Das ist eine Art Vorentscheidung.

Wie sie ausfällt, erscheint wenig vorhersehbar. In einer ersten Diskussion über das Thema im Sommer vergangenen Jahres im Bildungsausschuss begrüßten nicht alle Abgeordneten den Vorstoß. Axel Kopsch (SPD), Eberhard Richter (AWG) und Norbert Badack (CDU) waren sich Fraktionen übergreifend einig: Auch nur ein Mal ein Jahr zu pausieren, bedeute schon das Ende des beliebten Volksfestes. Statt jeweils ein Jahr zu pausieren, sollten eher Abstriche beim Angebot gemacht werden, riet Badack.

Genau das aber, Abstriche machen, will das Organisationsteam mit Vertretern aus Stadtverwaltung, Schützengilde, Tourismusverein, Wohnungsbaugesellschaft im Spreewald mbH (WiS), sowie der Arbeitsgemeinschaft Spreewald- und Schützenfest gerade nicht. Dem vielfältigen Angebot mit Gurken- und Handwerkermarkt, Trachten- und Schützenumzug sowie Kahnkorso verdanke das Volksfest seine "Alleinstellungsmerkmale". Eine regelrechte "touristische Leistungsschau" werde geboten, die an den drei Veranstaltungsorten Poststraße, Markt und Topfmarkt kompakt und gut überschaubar angeboten werden könne. Im Gegenteil empfiehlt ein gemeinsames "Positionspapier" des Veranstaltungsteams, diese Alleinstellungsmerkmale sogar noch weiter zu stärken.

Gedacht wird daran, Kinder- und Entspannungsbereiche zu schaffen, mehr Mitmachangebote zu machen, noch bessere Parkmöglichkeit anzubieten. Neben regionalen Künstlern wollen die Besucher zudem Stars und Sternchen aus Funk und Fernsehen erleben, heißt es weiter. Die nach Lübbenau zu holen, koste Geld. Zugleich soll das Volksfest weiter kostenlos zu besuchen sein.

Für die Macher des Spreewald- und Schützenfestes ergeben sich daraus nur zwei Möglichkeiten: Entweder wird personell und finanziell deutlich mehr investiert als bisher. Oder der Vorbereitungszeitraum wird auf zwei Jahre verlängert. Abschließend wird in dem Positionspapier die zweite Möglichkeit empfohlen. Für die kommenden Jahre biete sich an, aufgrund der Fußball-Großereignisse 2018 und 2020 das Spreewald- und Schützenfest jeweils am ersten Juli-Wochenende 2017, 2019 und 2021 stattfinden zu lassen. In diesem Jahr also müssten Tausende Lübbenauer und Besucher das laut Bürgermeister Helmut Wenzel (parteilos) größte Volksfest im Spreewald noch nicht missen.

Zum Thema:
Tradition hat nicht nur das Spreewald- und Schützenfest selbst, sondern auch der Termin immer am ersten Juli-Wochenende. Die 46. Ausgabe des großen Volksfestes startet daher in diesem Jahr bereits am Freitag, den 30. Juni. Rund 70 000 Euro kostete das Fest mit rund 50 Programmpunkten an den drei Tagen in den vergangenen Jahren und zog jeweils rund 20 000 Besucher an.