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| 18:45 Uhr

20 Jahre Umweltbeobachtung
Einzigartige Landschaft erhalten

 Bei einer Exkursion zur Grünlandfläche zwischen Buschmühle und Dubkow-Mühle haben Teilnehmer der Tagung „20 Jahre Ökosystemare Umweltbeobachtung im Biosphärenreservat Spreewald“ Wissenswertes zur Entwicklung des ökologischen Kleinods erfahren. Von Eugen Nowak (Mitte), Leiter des Biosphärenreservates, gab es nahezu alle wichtigen Informationen.
Bei einer Exkursion zur Grünlandfläche zwischen Buschmühle und Dubkow-Mühle haben Teilnehmer der Tagung „20 Jahre Ökosystemare Umweltbeobachtung im Biosphärenreservat Spreewald“ Wissenswertes zur Entwicklung des ökologischen Kleinods erfahren. Von Eugen Nowak (Mitte), Leiter des Biosphärenreservates, gab es nahezu alle wichtigen Informationen. FOTO: Uwe Hegewald
LÜBBENAU/VETSCHAU/BURG. Experten haben anlässlich 20 Jahre Ökosystemare Umweltbeobachtung (ÖUB) im UNESCO-Biosphärenreservat Spreewald getagt. Von Uwe Hegewald

Sie hat was – die Wiesenfläche am Fuß- und Radwanderweg zwischen Radduscher Buschmühle und Dubkow-Mühle (Leipe). Baumreihen und Einzelgehölze zieren die Grünfläche, die damit begonnen hat, ihren blühenden Teppich zu entfalten. Belassene Totholzbestände sorgen für zusätzlichen Charme auf der Fläche, die nicht beweidet und nur einmal im Jahr gemäht wird.

„Das sind die typischen Spreewald-Landschaften, die die Leute sehen wollen, die hier vorbeikommen“, ist sich Eugen Nowak sicher. Der Leiter des Biosphärenreservates ist Gastgeber einer Tagung von Experten, die sich kürzlich in Lübbenau getroffen haben. Anlass war das 20-jährige Bestehen der Ökosystemaren Umweltbeobachtung (ÖUB), ein Konzept bei der die Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNE) und das Biosphärenreservat Spreewald seit 1999 auf wissenschaftlicher Ebene gemeinsame Sache machen. „Nach 20 Jahren lassen sich Trends feststellen. Mit der HNE haben wir einen starken Partner, bei dem die Daten zusammenlaufen und dort zu einem riesigen Datenspeicher verschmelzen“, erklärt Eugen Nowak.

Worte, die bei Dr. Vera Luthardt sprichwörtlich runtergehen wie Öl. Die Professorin für Vegetationskunde und angewandte Pflanzenökologie betreut das Projekt von der ersten Stunde an. 31 Flächen umfasst dieses, auf dem seit zwei Jahrzehnten die selben methodischen Messungen vorgenommen werden und erfreuliche Ergebnisse hervorbringen. „Auf unseren Untersuchungsflächen verzeichnen wir stellenweise einen doppelten bis dreifachen Artenzuwachs“, sagt sie mit Rückblick auf eine intensive und oft umstrittene Landwirtschaft zu DDR-Zeiten. Auf der rund 20 Hektar großen Wiesenfläche zwischen Buschmühle und Dubkow-Mühle schlägt sich das zum Beispiel in folgenden Zahlen nieder: 202 Pflanzenarten, von denen 22 auf der Roten Liste stehen und die gleichzeitig zahlreiche und oft seltene Insekten anlocken, gibt es dort.

Im Selbstlauf passieren solche Erfolge jedoch nicht. „Eine ausgewogene Zusammenarbeit mit Landwirten und Landnutzern ist uns wichtig und Voraussetzung unserer Arbeit“, betont Vera Luthardt. Verträge würden ausgearbeitet, die Naturwacht mit ins Boot geholt und Termine der Bewirtschaftung abgesprochen. Im Kern gehe es darum, Wertschöpfung zu erreichen und eine einzigartige Kulturlandschaft zu erhalten. „Mit der Göritzer Agrar-GmbH um Geschäftsführer Thomas Goebel haben wir einen sehr verständnisvollen und zuverlässigen Projektpartner gewinnen können“, würdigt Eugen Nowak.

Der Landwirtschaftsbetrieb hat sogar eine innovative Verwendung für das Heu gefunden, das sich zur Fütterung nicht eignet und erst im Spätsommer von den Feuchtwiesen geholt wird – eine Heu-Feuerungsanlage, mit dessen Wärme die Göritzer Landwirte ihren Hofladen, Büroräume, Bauernküche, Werkstätten und Lagerhallen beheizen. „Wir haben festgestellt, dass es sich als günstig erweist, das Mähgut noch längere Zeit auf den Flächen zu belassen, damit Niederschläge die Mineralien auswaschen, die sonst in der Feuerungsanlage zu Schlacke-Bildungen führen“, so Bernd Weidner, Produktionsleiter der Göritzer Agrar GmbH.

Im Anschluss der Stippvisite auf der Grünfläche führte die Exkursion inmitten des Spreewaldes, um sich am Großen Fließ und bei einer Kahnfahrt zum Erlen-Eschenwald (innerer Oberspreewald) vor Ort einen Überblick von den Entwicklungen der zurückliegenden 20 Jahre zu verschaffen. 700 Seiten umfasst der Ordner mit ausführlichen Langberichten und Forschungsergebnissen zur Ökosystemaren Umweltbeobachtung im Biosphärenreservat, den Prof. Dr. Vera Luthardt an Eugen Nowak überreichte. Viel Lesestoff für die kommenden Wochen.  

 Bei einer Exkursion zur Grünlandfläche zwischen Buschmühle und Dubkow-Mühle haben Teilnehmer der Tagung „20 Jahre Ökosystemare Umweltbeobachtung im Biosphärenreservat Spreewald“ Wissenswertes zur Entwicklung des ökologischen Kleinods erfahren. Von Eugen Nowak (Mitte) gab es nahezu alle wichtigen Informationen.
Bei einer Exkursion zur Grünlandfläche zwischen Buschmühle und Dubkow-Mühle haben Teilnehmer der Tagung „20 Jahre Ökosystemare Umweltbeobachtung im Biosphärenreservat Spreewald“ Wissenswertes zur Entwicklung des ökologischen Kleinods erfahren. Von Eugen Nowak (Mitte) gab es nahezu alle wichtigen Informationen. FOTO: Uwe Hegewald