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| 19:07 Uhr

Calau
Sporthalle mit t(r)oller Atmosphäre

Am Wochenende ist die Calauer Sporthalle zum Tollhaus umfunktioniert worden. An zahlreichen Stationen konnten Knirpse nach Herzenslust hüpfen, rutschen, klettern oder in eines der Fahrgeräte steigen. Für die begleitende, kulinarische Umrahmung sorgte etwa das Team vom Gasthaus „Zur Oase“.
Am Wochenende ist die Calauer Sporthalle zum Tollhaus umfunktioniert worden. An zahlreichen Stationen konnten Knirpse nach Herzenslust hüpfen, rutschen, klettern oder in eines der Fahrgeräte steigen. Für die begleitende, kulinarische Umrahmung sorgte etwa das Team vom Gasthaus „Zur Oase“. FOTO: Uwe Hegewald
Calau. Zum achten Mal bitten Familie Bareinz und Helferstab zu den T(r)olltagen in Calau. Von Uwe Hegewald

Die Calauer Kirchturmuhr hat am Samstagvormittag noch nicht zur zehnten Stunde geschlagen, da ziehen erste Kinder an den Händen ihrer Eltern oder Großeltern in Richtung Sporthalle. Auf dem Programm steht ein Besuch der Calauer T(r)olltage, und ein frühzeitiges Erscheinen macht Sinn: Eintritt ist pro Tag nur einmal fällig – egal wie lange die Kraft zum Spielen und Toben reicht oder ob ein zwischenzeitliches Mittagsschläfchen daheim in Erwägung gezogen wird.

Gordon Handt weiß das Angebot zu schätzen. „Ich bin vormittags mit meinen beiden Söhnen hier. Nachmittags besuchen wir das Spieleparadies noch einmal gemeinsam, mit Mama Jana und in Familie“, gestattet der Calauer einen Blick in seinen Tagesplan. Für den Stammtorhüter des TSV Missen sind die Momente mit seinen Söhnen eine willkommene, wenn auch unerwartete Trainingseinheit: Irgendwie muss immer einer gehalten werden. Während es den fünfjährigen Ian permanent zur Rollenrutsche zieht, will der 18 Monate alte Paul ein paar Runden mit der Kindereisenbahn drehen.

Fahrdienstleiter sind Maren und Frank Bareinz, Erfinder und Initiatoren der Calauer T(r)olltage. Mitunter wird auch mal ein Auge zugedrückt und bei temporärem Fahrgastmangel das Mitreisen von Eltern gestattet. Anke Wagner lässt sich diese Gelegenheit nicht entgehen. Sie schnappt sich ihren ein Jahr und vier Monate alten Wonneproppen Til, sucht den Blick zu Fahrdienstleiter Frank Bareinz und teilt mit konsequenter Bitte mit: „Aber schön langsam fahren. Du weißt, ich habe Rücken.“

Der Tischlermeister hätte den Wunsch ohnehin respektiert, handelt es sich bei Anke Wagner doch um die Lebensgefährtin von Jens Riewa, der im vergangenen Jahr in Calau für das Bürgermeisteramt kandidierte. Am Wochenende  zählt er zum rund zwölfköpfigen Helferstab.

„Wir brauchen diese Leute zwingend. Sei es beim Auf- und Abbau oder bei der Betreuung an den einzelnen Stationen“, erklärt Frank Bareinz. So wurde er vom Vermieter der Riesenrutsche und des Jumpers darauf hingewiesen, dass es sich bei beiden um „betreuungspflichtige Geräte“ handelt. Gemietet werden diese bei „Kinderland Böhm“, ein bei Hoyerswerda ansässiges Unternehmen, das selbst Kindertobetage in Chemnitz, Dresden, Cottbus oder Senftenberg durchführt. „Wenn die anfallenden Kosten durch die Eintrittsgelder gedeckelt sind und wir einen Überschuss erarbeiten, können wir unseren Helfern einen kleinen Obolus zahlen. Dieser wiegt aber bei weitem nicht die Zeit, Kraft und Leidenschaft auf, die sie hier investieren“, stellt Maren Bareinz klar.

Dietmar Buhl hat sich gern die Zeit genommen, um sich einzubringen. „Ich bin doch jetzt Rentner und mag es nicht, Zuhause zu schmoren“, begründet der frühere Unternehmer seine Bereitschaft. Zudem sei er wie Frank Bareinz Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Calau, der nachgesagt wird, dass Kameradschaft auch außerhalb von Dienst und Ausbildung gepflegt wird.

Betonend fügt er hinzu, dass sich die Stadt glücklich schätzen dürfe, couragierte Leute wie die Familie Bareinz im Ort zu haben. „Diese Familie entwickelt überdurchschnittlich viel Privatinitiative“, lobt er. Sein zu betreuendes Gerät weckt bei Dietmar Buhl Erinnerungen an sein unternehmerisches Wirken. Wer über Jahre hinweg als Reifenexperte für perfektes Rollen auf Asphalt zuständig war, darf auch Dienst an der Rollenrutsche schieben.

Genau die Rollenrutsche, die es dem vierjährigen Ian Handt so angetan hat und zu der Papa Gordon zuerst hineilen würde, sollte sein Sprössling im Trubel mal „verschollen“ gehen. „Was hier geboten wird ist schon sehr ordentlich, das Riesenrad sogar einmalig“, begründet der Familienvater, warum er die T(r)olltage inzwischen zum vierten Mal in Folge besucht.