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| 14:47 Uhr

Ausbildungsbörse
Speed-Dating in der Turnhalle

Die neunte und zehnte Klasse der Oberschule Calau informiert sich bei der Ausbildungsmesse am Freitag an etwa zehn Firmenständen.
Die neunte und zehnte Klasse der Oberschule Calau informiert sich bei der Ausbildungsmesse am Freitag an etwa zehn Firmenständen. FOTO: Rüdiger Hofmann
Calau. Calauer Unternehmerstammtisch und Oberschule laden 50 Schüler zur Ausbildungsmesse. Von Rüdiger Hofmann

Etwas schüchtern, aber wissbegierig sitzen Lea Buschendorf und Laura Frank während der regionalen Ausbildungsbörse am Info-Tisch der Seniorenresidenz Calau gemeinsam mit deren Einrichtungsleiterin Peggy Cattien in der Turnhalle der städtischen Grund- und Oberschule. Die beiden Zehntklässlerinnen sind zwei der rund 50 Schüler, die sich am Freitag an mehreren Firmen-Ständen über Praktikumsplätze und Ausbildungsberufe informieren. „Ich möchte auf jeden Fall in den sozialen Bereich“, sagt Lea Buschendorf, die vor einem Jahr bereits ein Praktikum in einem Kindergarten gemacht hat. Da ist sie am Stand der Seniorenresidenz richtig. „Wir bieten eine Ausbildung zum Altenpfleger“, sagt Peggy Cattien. Laura Frank ist noch unschlüssig. „Ich verschaffe mir hier bei der Ausbildungsmesse erstmal einen Überblick. Genau weiß ich noch nicht, was ich später machen will“, sagt die Schülerin.

Hilfe zur besseren Orientierung geben dabei der Calauer Unternehmerstammtisch, der gemeinsam mit der Oberschule Calau die Idee einer Ausbildungsmesse mit regionalen Firmen geboren hat. „Wir nutzen unsere eigenen Kapazitäten“, sagt Schuldirektorin Christiane Zeiger. „Die jungen Leute wohnen hier und haben kurze Wege zu den Betrieben, nun wollen wir Schüler und Unternehmen zusammenführen.“ Das geschieht in Form eines Speed-Datings, also einer kurzweiligen Kontaktaufnahme zwischen den Neunt- und Zehntklässlern und den Unternehmern. Nach etwa 15 Minuten wird der Platz gewechselt, die Schüler rutschen zum nächsten Firmenstand. „Im besten Fall gewinnt jedes Unternehmen einen oder zwei Praktikanten und später einen Azubi“, sagt Gerd Kasprick (CDU), Sprecher des Calauer Unternehmerstammtisches.

„Wir als Unternehmer machen das in solch einer Form das erste Mal und sind aufgeregt und gespannt, wie wir bei den Schülern ankommen“, sagt David Hänschen von der Firma MSH - Montage- und Spezialbeschichtungen Hänschen. Er sucht in erster Linie Fahrzeuglackierer und Verfahrensmechaniker für Beschichtungstechnik. „Unsere Sorgen sind bekannt. Die Jugend zieht weg, es gibt zu wenig Bewerber – dem wollen wir unter anderem mit dieser Aktion entgegenwirken“, so Hänschen. Aus diesem Grund stellen sich beispielsweise die WBC, die caleg, Autohaus Ströhla, Dachdeckermeister Nischke oder die Spreewaldbank vor.

Ohne Vorbereitung gehen die Schüler nicht in die Gespräche. „Wir haben Ende der neunten Klasse Bewerbungsmappen zusammengestellt, Eignungs- und Online-Tests durchgeführt und kürzlich Bewerbungsgespräche ausprobiert“, sagt Heike Borchardt, Klassenleiterin der zehnten Klasse auf der Oberschule und zuständig für die Berufsorientierung. Berufsberater wurden im Vorfeld kontaktiert. „Die Schüler sollen sich ausprobieren, Erfahrungen sammeln und Gespräche führen“, sagt Borchardt. Dabei geht es unter anderem darum, an wen man sich wenden muss, wie man auftritt, wie wichtig Pünktlichkeit ist und welche Anzugsordnung in der jeweiligen Firma vorherrscht. Als Dachdecker sollte man nicht im Anzug erscheinen, bei der Bank schon.

„Die Hauptinteressen der Schüler liegen derzeit im Kfz-Bereich, bei Erzieherberufen und im Bereich der Pflege“, zieht Heike Borchardt ein Zwischenfazit zur Börse.