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| 19:03 Uhr

Nachwehen des Stundenschwimmens
Spaßvogel aus Altdöbern fühlt sich nur missverstanden

 Peter Winzer (rechts) ist bei seinen Amtskollegen in den Fettnapf getreten. Der neue Amtsausschuss des Amtes Altdöbern: Marita Theile, Martina Möller (Vorsitzende), Toni Dabow, Heidelore Luge, Roland Schneider, Simone Abt, Karl-Heinz Grund, Kerstin Fuchs und Peter Winzer.
Peter Winzer (rechts) ist bei seinen Amtskollegen in den Fettnapf getreten. Der neue Amtsausschuss des Amtes Altdöbern: Marita Theile, Martina Möller (Vorsitzende), Toni Dabow, Heidelore Luge, Roland Schneider, Simone Abt, Karl-Heinz Grund, Kerstin Fuchs und Peter Winzer. FOTO: Uwe Hegewald
Altdöbern. Der Bürgermeister von Altdöbern, Peter Winzer (SPD), steht in der Kritik. Amtskollegen nehmen dem Spaßvogel einen Scherz übel. Aif eine satirisch gemeinte Bemerkung, wie er versichert, über den Büroschlaf im Rathaus reagieren die Amtskollegen humorfrei. Von Uwe Hegewald

Die Kultbeamten Baumann und Clausen ziehen in 23 Radiosendern regelmäßig Amtspersonen und Verwaltungen durch den Kakao. Völlig unbeschadet. Der Versuch von Peter Winzer, Oberhaupt Altdöberns, sich satirischen Mitteln des Comedy-Duos zu bedienen, verärgert Kollegen „im Büroschlaf“ in den Amtsstuben.

Das Zitat: „Bei uns wird der Wettbewerb über einen Verein organisiert. In den Städten durch Mitarbeiter der Verwaltung, die sich gegen den neuen Modus ausgesprochen haben, weil sie nicht nur im Büro, sondern auch nachts schlafen“, sagte Peter Winzer zum Schwimm-Start.

Die Charakterisierung von Verwaltungsmitarbeitern, zu der sich der Altdöberner Bürgermeister beim 24-Stunden-Schwimmen hatte hinreißen lassen hat, „verunglimpft pauschal alle Ämter“, sagt Roland Schneider, Bürgermeister von  Luckaitztal. „Ich habe das Video gesehen und bin schockiert. So etwas darf Politikern in Ihrer Position nicht passieren“, maßregelt auch Simone Abt, Bürgermeisterin von Neu-Seeland, den Amtskollegen.

An Peter Winzer prallt die Kritik ab: „Ich verstehe nicht, warum daraus ein Politikum gemacht wird. Bei dem Stundenschwimmen handelt es sich um eine Spaßveranstaltung“, erwidert er. Die Aufforderung von Simone Abt, die jüngste Amtsausschusssitzung zu nutzen, um zurückzurudern, hat Winzer abgelehnt. „Bei mir hat sich niemand gemeldet, der sich persönlich angegriffen fühlt. Ich stehe zu meiner Aussage und werde zuerst die Pokalübergabe in der Siegerstadt Vetschau abwarten“, sagt er. Das Thema sei eh in der RUNDSCHAU aufgebauscht worden. Martina Möller widerspricht. „Auch ich habe das Video gesehen und muss der Zeitung attestieren, dass sie die Vorgänge noch gemäßigt dargestellt hat“, erklärt sie. Es ist der erste schlichtende Job, den die Bürgermeisterin der Gemeinde Bronkow als neu gewählte Amtsausschussvorsitzende zu leisten hat. Sie löst Peter Winzer (SPD) in der Funktion ab.

Marita Theile, Bürgermeisterin von Neupetershain, und Roland Schneider hatten Möller vorgeschlagen, alle Amtsausschuss-Mitglieder haben sich für sie ausgesprochen. „Ich habe mir das gut überlegt. Das Amt steht vor schweren Zeiten. Wir stehen in der Pflicht, gut überlegte Entscheidungen zu treffen und Schnellschüsse zu verhindern“, erklärt sie und sagt Transparenz und eine konstruktive Zusammenarbeit mit der Verwaltung zu.