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| 18:31 Uhr

Freiluft-Museum
Spannung im Energiefeld

Der Energieweg verbindet den Bahnhof mit der Neustadt und wird täglich von vielen Lübbenauern und Touristen genutzt.
Der Energieweg verbindet den Bahnhof mit der Neustadt und wird täglich von vielen Lübbenauern und Touristen genutzt. FOTO: Jenny Theiler / LR
Lübbenau. Um die Weiterentwicklung des Energiewegs zu realisieren, werden Sponsoren gesucht.

Strom und Energie fließen auf unterschiedlichen Wegen – in Lübbenau sogar auf einem ganz besonderen Weg. Der sauber gepflasterte Pfad, der sich auf der Brachfläche hinter dem alten Güterbahnhof in Richtung Neustadt schlängelt, ist mehr als nur ein Fußgängerweg. Unter dem Namen „Energieweg“ existiert der ehemalige „Trampelpfad“ seit fast zehn Jahren und ist als Teil eines weitaus umfangreicheren Kulturprojektes geplant – genannt „Energiefeld“.

Im Zentrum des Projektes steht die Zeitgeschichte der Kraftwerksregion Lübbenau. Mitten in der Natur soll eine Freiluftausstellung die Entwicklung der Energieerzeugung in der Region dokumentieren. „Mit der Ausstellung wollen wir die industrielle und gesellschaftliche Entwicklung einer Region und seiner Menschen beispielhaft und lebendig vermitteln, industrie-kulturelle Werte bewahren und überliefern“, erklärt Jürgen Othmer, Leiter des Projektbüros Lübbenaubrücke. In Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl für Technikgeschichte der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus, konnte die Lübbenaubrücke zeitgeschichtliche Dokumente bereits 2002 archivieren. Damit waren die Grundlagen für das Projekt geschaffen.

Der Plan für das „Energiefeld“ steht bereits seit 2007. Für die Realisierung der interaktiven Kraftwerksausstellung sucht die Projektleitung seither nach Sponsoren. Bislang ist der Energieweg mit parkähnlicher Atmosphäre die einzige Basis. Original Bauteile aus der Energiewirtschaft wie Isolatoren und stählerne Last-Trenner erscheinen wie Skulpturen und würdigen die Energiegeschichte Lübbenaus.

„Beispielhaft und erlebbar“ soll die Energieerzeugung im Wandel der Zeit präsentiert werden – so heißt es im Exposé des Projektes. Unter Einbeziehung der natürlichen und baulichen Umgebung sollen die vorhandenen Garagen zu Großvitrinen umgewandelt werden, in denen Rohstoffe wie Holz und Kohle präsentiert werden. In sieben beleuchteten Glasskulpturen wird die Energieentladung symbolisch dargestellt. Als besonderes Skulpturelement ist ein sechs Meter hoher Brunnen der „Energiebaum“ geplant. Er soll mit Solarenergie funktionieren und Wasser als Energiequelle repräsentieren.

Die Sponsorensuche gestalte sich allerdings etwas mühselig, wie Jürgen Othmer zugibt. „Die Stadt Lübbenau versucht mit möglichst wenig finanziellem Eigenaufwand das Projekt zu realisieren“, so der Projektleiter. Das nächste größere Ziel ist das „Tagebaudreieck“ zwischen dem Energieweg und dem Bauhof. Hierzu soll ein „Leuchtenwald“ entstehen, der mit originalen Leuchten aus den 50er Jahren bestückt werden soll. Genaue zeitliche Angaben für Baumaßnahmen und Fertigstellung des Projektes können bisher noch nicht gemacht werden.