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Bürgermeisterwahl
"Spannend wie ein Krimi”

Wähler gratulieren Uwe Jeschke in der Schlossremise zu seinem guten Ergebnis.
Wähler gratulieren Uwe Jeschke in der Schlossremise zu seinem guten Ergebnis. FOTO: Daniel Preikschat
Vetschau. Das ging für den Vetschauer Amtsinhaber gerade noch mal gut. Ganze 122 Stimmen mehr als sein SPD-Gegenkandidat Uwe Jeschke holte der parteilose Bengt Kanzler gestern bei der Stichwahl in Vetschau. Daniel Preikschat

Vorübergehend, nach Auszählung der Wahlzettel in der Hälfte der Wahllokale, lag noch der Herausforderer vorn. Vor allem in den Neubauquartieren der Stadt Vetschau selbst wollten die Wähler einen neuen Mann als Bürgermeister. Gute Ergebnisse in einigen der Ortsteile jedoch, so etwa in Raddusch, Repten und Stradow, sowie die Briefwähler sicherten Bengt Kanzler den Wahlsieg.

In der Schlossremise, wo Vetschauer die Auszählung mit Blick auf eine Leinwand verfolgten, durchlitt Uwe Jeschke ein Wechselbad der Gefühle. Mal lag er hinten, dann wieder vorn, am Ende wieder hinten. "Spannend wie ein Krimi", sagte einer der Wahlbeobachter, von denen viele mit Uwe Jeschke zu sympathisieren schienen.

Der SPD-Fraktionschef zeigte sich am Ende "sehr zufrieden" mit seinem Ergebnis. Er denke, so Jeschke, der Amtsinhaber habe begriffen, dass sich vor allem in der Kernstadt etwas ändern müsse. Der Herausforderer versprach, dem alten, neuen Bürgermeister weiter kritisch bei seiner Arbeit zu verfolgen. Hierzu sehe er sich auch durch seine vielen Wählerstimmen verpflichtet.

Bengt Kanzler hatte es vorgezogen, mit Freunden und Familie die Auszählung in einem Gasthaus mehr privat zu verfolgen. Das knappe Wahlergebnis gebe ihm zu denken, sagte er. Zweifellos gebe es in Vetschau, gerade in den Neubau-Quartieren, noch einiges zu tun. Es sei nicht wegzudiskutieren, dass 48 Prozent der Vetschauer Wähler lieber den Mitbewerber als Rathaus-Chef gesehen hätten. Er respektiere das gute Ergebnis seines Kontrahenten und hoffe, dass beide künftig besser in den Dialog finden zum Wohle Vetschaus. Sowohl Kanzler als auch Jeschke waren froh, dass der Wahlkampf nun in der zweiten Runden zum Abschluss gekommen ist.