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| 02:58 Uhr

Sonnige Aussichten für Calau

Anton Bühler (2.v.r.) erklärt Unternehmern und Bürgermeister Werner Suchner (2.v.l.) die Funktionsweise des neuen Solarparks.
Anton Bühler (2.v.r.) erklärt Unternehmern und Bürgermeister Werner Suchner (2.v.l.) die Funktionsweise des neuen Solarparks. FOTO: Jan Augustin
Calau. In Calau ist am gestrigen Freitag ein riesiger Solarpark eingeweiht worden. Für den Bau im Gewerbegebiet Nord investierte der baden-württembergische Investor Anton Bühler nach eigenen Angaben fünf Millionen Euro. Die Stadt profitiert von der Pacht und den Gewerbesteuereinnahmen. Jan Augustin

Perfekter Start für den neuen Solarpark Calau: Die Sonne knallt am Freitag mit voller Wucht auf die knapp 17 000 Solarmodule. Das heißt Vollauslastung. Freuen wird's den baden-württembergischen Unternehmer Anton Bühler: "Ich bin persönlich absolut davon überzeugt, dass Sonnen- und Windkraft die Zukunft gehört." Gut gelaunt, mit gegeltem Haar und Sonnenbrille, erklärt er den Stadtvertretern und am Bau beteiligten Unternehmern am Freitag die Funktionsweise seines neuen "Babys". Nach zwei Jahren Bauzeit und einem schwierigen Start sei es nun endlich geboren.

Technisch fertiggestellt war der etwa acht Hektar große Park allerdings schon am 30. September 2012. Das war der Stichtag für einen Wechsel der Einspeisevergütung. Diese liegt nun bei knapp 13 Cent pro Kilowattstunde. Mit der Anlage - sie ist bereits seit Dezember in Betrieb - sollen nach eigenen Angaben vier Millionen Kilowattstunden im Jahr produziert werden. Das sei der Strombedarf von mehr als 4000 Menschen, sagt Bühler. Halb Calau also.

Die Stadt als Flächeneigentümer profitiert zunächst von den Pachteinnahmen. Über 20 Jahre habe er mit der Verwaltung einen entsprechenden Vertrag abgeschlossen. Jährlich 30 000 Euro sollen so in die Stadtkasse fließen, 600 000 Euro insgesamt.

Neben der Pacht kann die Stadt auch auf die Gewerbesteuer der eigens gegründeten Calauer Solar Energie GmbH hoffen. Anton Bühler schätzt die Summe, verteilt auf die 20 Jahre, auf etwa 750 000 Euro. Darauf muss die Stadt allerdings noch ein paar Jahre warten. Durch die hohe Investitionssumme werde das Unternehmen in den ersten sieben bis acht Jahren Verlust schreiben. "Dann macht es aber richtig Spaß", sagt Bühler. Nach eigenen Angaben steckte er rund fünf Millionen Euro in das Projekt.

Calaus Bürgermeister Werner Suchner (parteilos) ist froh, dass die Stadt einen Pächter gefunden hat. "Die Fläche wurde optimal ausgenutzt und damit die Effektivität und Wirtschaftlichkeit erhöht." Außerdem passe der Solarpark als Baustein gut in das Energiekonzept der Stadt.

Für den Bau und die Finanzierung hatte die Bavaria Sun Power vier ortsansässige Unternehmen und ein regionales Kreditinstitut beauftragt. Suchner: "Das ist mir aus Sicht der örtlichen Wirtschaftsförderung wichtig." Am stärksten mitgewirkt hat die Calauer Firma Elektroanlagen Kaltschmidt.

Das Solarpark-Projekt im Gewerbegebiet Nord wurde im ersten Halbjahr 2011 angeschoben - scheiterte aber in der Vorbereitung. Die Stadt hatte die Fläche damals neu ausgeschrieben. Den Zuschlag für das günstigste Angebot hatte Anton Bühler mit seiner Firma Bavaria Sun Power bekommen.

Zum Thema:
Der Diplom-Volkswirt Anton Bühler besitzt nach eigenen Angaben 20 Unternehmen in Deutschland. Hauptsitz der Anton-Bühler-Consulting ist Wolpertshausen in Baden-Württemberg. In den vergangenen 20 Jahren habe der ehemalige Vorstand der Bausparkasse Schwäbisch Hall und der Credit Suisse knapp 40 Millionen Euro in Projekte für Wind- und Sonnenenergie investiert. Anton Bühler: "Meine Vision ist die dezentrale Energieversorgung, bei der sich jedes Gebäude und jede Stadt selbst versorgt."