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Sonderbares Konzert auf Lübbenauer Kirchplatz

In den kommenden Tagen sind Künstler damit beschäftigt, Baumstämme in Kunstwerke zu verwandeln. Um die wuchtigen Stämme zu bewegen, ist mitunter die Hilfe von Künstler-Kollegen willkommen.
In den kommenden Tagen sind Künstler damit beschäftigt, Baumstämme in Kunstwerke zu verwandeln. Um die wuchtigen Stämme zu bewegen, ist mitunter die Hilfe von Künstler-Kollegen willkommen. FOTO: Uwe Hegewald/udh1
Lübbenau. Seit Samstagvormittag können Besucher des Lübbenauer Kirchplatzes einem sonderbaren Konzert beiwohnen: Elektro- oder Motorkettensägen kreischen, Hammerschläge hallen, Schleifmaschinen surren. Darunter mischen sich Stimmen von Künstlern, Organisatoren oder Besuchern des Spreewaldateliers anno 2017. uhd1

Jürgen Othmer, Leiter des Projektbüros Lübbenaubrücke, hat eine Erklärung dafür, warum die Künstlergruppe schon eine Stunde vor Beginn zu den Werkzeugen greift: "Den kribbelt es unter den Fingern." Gert Burkard Büttner, freischaffender Künstler, weiß: "Die Zeit sitzt einem immer im Nacken. Wir wissen nicht, wie sich das Wetter in den kommenden Tagen gestaltet.", begründet er. Mit kräftigen Axtschlägen rückt er einem Eichenstamm zu Leibe, aus dem die Skulptur "Flora" entstehen soll. Dietrich Lusici kann auf externe Unterstützung zurückgreifen. Holzexperte Bernd Rothe aus Groß Beuchow macht sich als Künstler- Assistent nützlich. "Wir kennen uns schon länger. Dietrich hat sich für Holz und ich mich für seine künstlerische Arbeit interessiert", erklärt er, wie es zur Zusammenarbeit gekommen ist. Hinter dem sich entwickelnden Objekt steht noch ein Fragezeichen. "Der Stamm erzählt mir, wohin die Reise geht", so Lusici. Kurios: Heulen im Freien die Hightech-Sägen, drückt Valeriu Kurtu einer alten Schrotsäge seinen Stempel auf. "Die Säge habe ich für drei Euro auf dem Flohmarkt erworben. Mit dem Aufbringen eines Spreewald-Panoramabildes auf dem Sägeblatt bekommt das Werkzeug ein zweites Leben", erzählt der in Deutschland, Rumänien und Russland wirkende Karikaturist. Mit Beginn des Konzertes der Maschinen und Handwerkszeuge zieht es Neugierige auf den Kirchplatz. "Wir sind zufällig vorbeigekommen. Klar, dass man dann den Künstlern über die Schulter blickt", sagen Harald und Gisela Blechschmidt aus Plauen.

Das Rentner-Ehepaar sieht Parallelen zum Wald- und Holzerlebniszentrum im Erzgebirge. Dort steht sogar der längste Tisch der Welt (Guinnessbuch der Rekorde 2010), so die Spreewaldbesucher.