ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 16:17 Uhr

Bauvorhaben
Solarpark in Calau geplant

Die Gewerbeflächen beziehungsweise Projektareale (rot umrandet) für den Solarpark befinden sich in der Nähe des Calauer Bahnhofes.
Die Gewerbeflächen beziehungsweise Projektareale (rot umrandet) für den Solarpark befinden sich in der Nähe des Calauer Bahnhofes. FOTO: Luftbild/Grafik / Ingba Ingenieurgesellschaft
Calau. Investor hat Bauantrag im Visier. Stellungnahmen zum B-Plan im Bauausschuss diskutiert. Von Rüdiger Hofmann

In der Nähe des Bahnhofs Calau soll ein neuer Solarpark entstehen. Darüber ist im Bau- und Finanzausschuss diskutiert worden. Auf einer Gesamtfläche von
1,32 Hektar will ein Investor aus Calau südlich der Bahnlinie Cottbus – Leipzig eine Freiflächenphotovoltaikanlage errichten und betreiben – mit einer Gesamtleistung von etwa 0,73 Megawatt Peak.

„Wenn alle Genehmigungen vorliegen, soll im späten Frühjahr mit dem Bau begonnen werden“, bestätigt der Investor auf RUNDSCHAU-Nachfrage. Solange die Genehmigung noch nicht in trockenen Tüchern ist, will er namentlich nicht erwähnt werden.

Das künftige Projektareal liegt beidseits der Landesstraße 52 und gliedert sich in zwei Teilflächen (siehe Grafik). Bei dem östlich von der Senftenberger Straße gelegenen Areal entlang der Akazienallee handelt es sich um eine Brachfläche der Deutschen Bahn AG, die der Investor gekauft und für eine gewerbliche Nutzung vorgesehen hat. Das westliche Areal an der Plieskendorfer Straße wurde durch den Eigentümer als Lagerplatz hergerichtet. Sie wurde inzwischen beräumt, eingeebnet und eingezäunt.

„Die Freistellung der Flächen ist erfolgt, der Investor hat nun volles Planungszugriffsrecht“, sagt Lars Gutsche vom Planungsbüro „Ingba Ingenieurgesellschaft Bau/Ausrüstung mbH“ aus Cottbus. Gutsche hat am Dienstag im Calauer Bauausschuss den Abgeordneten das Bauvorhaben erläutert. Dabei ging es vor allem um Stellungnahmen der Behörden, Verwaltungen und der Öffentlichkeit zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan (B-Plan).

„Es gibt Planungsvorgaben an den Investor wie das Einhalten von Abstandsflächen, die volle Ausnutzung der für die Solarnutzung ausgeschriebenen Sondergebiete und die von der Unteren Naturschutzbehörde geforderten Ausgleichsmaßnahmen für gefällte Bäume“, erklärt Lars Gutsche. Vorschlag der Behörde: Die als Ausgleichsmaßnahme errechneten rund 8 000 Euro sollen zur Sicherung eines Bunkers in Cabel (Gemarkung Werchow) als bedeutendes Winterquartier für Fledermäuse verwendet werden. Möglich ist das durch den Einbau eines Verschlusssystems zum Schutz vor Vandalismus und Betreten der Räume.

Einige Bewohner der Akazienallee waren in der Bauausschusssitzung dabei und sehen sich durch das geplante Vorhaben in ihrer Wohn- und Lebensqualität eingeschränkt. „Jetzt fehlt die Hälfte an Akazien“, sagt eine Anwohnerin. „Investieren ist ja gut, aber zu welchem Preis?“ Hinzu komme eine von den Solarmodulen ausgehende Blendwirkung, sagt ein anderer Anwohner. Das kann Planer Lars Gutsche zurückweisen. „Der Investor will beschichtete Module verwenden, die keine Blendwirkung zulassen.“

Norwin Märkisch (CDU), Vorsitzender des Bau- und Finanzausschusses, sagt dazu: „Hier muss man abwägen und die Interessen gegenüberstellen. Die Einwände der Anwohner werden zur Kenntnis genommen und Auflagen berücksichtigt.“ Das gesamte Vorhaben deshalb zu stoppen, wäre aber wohl unverhältnismäßig. „Wir würden kein Bauvorhaben mehr durchbekommen“, so Märkisch.

Recht umfangreich gestaltet sich das Genehmigungsverfahren. Der Abwägungsbeschluss zum Vorentwurf des B-Plans wird nun noch im Hauptausschuss der Stadt Calau und in der Stadtverordnetenversammlung behandelt. Sollte es dort ein positives Votum geben, wird das Vorhaben im Amtsblatt bekanntgegeben und anschließend für vier Wochen ausgelegt. Behörden werden angeschrieben, Bürger können in der Stadtverwaltung die Vorlage einsehen. „Parallel dazu kann der Investor den Bauantrag stellen“, erklärt Lars Gutsche. Ist dieser genehmigt, kann gebaut werden.