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Touristische Attraktion
Slawenburg soll moderner werden

Exakt dort, wo im neunten Jahrhundert die Slawenburg stand, wurde auch der
Nachbau platziert. Er soll eine neue Dauerausstellung bekommen.
Exakt dort, wo im neunten Jahrhundert die Slawenburg stand, wurde auch der Nachbau platziert. Er soll eine neue Dauerausstellung bekommen. FOTO: Preikschat
Vetschau/Raddusch. Künftige Betreibung der touristischen Attraktion ist genau so zu klären wie die Finanzierung einer neuen Dauerausstellung, die 2019 öffnen soll.

Die Dauerausstellung „Archäologie in der Niederlausitz“ in der Slawenburg Raddusch ist in die Jahre gekommen. Immerhin wurde der Grundstein für die Burg 1999 gelegt, 2003 öffnete sie mit genau dieser Ausstellung. Jedem Besucher sollte fortan ein ganz individueller Eindruck vermittelt werden. Verzichtet wurde auf klassische Präsentationen. Großräumige Rekonstruktionen von Baukonstruktionen, technischen Anlagen oder Grabbauten, die als Originale ohnehin kaum ausstellbar sind, werden erlebbar gemacht. Animationen oder Filme veranschaulichen technische oder bauhistorische Prozesse. Nach 14 Jahren also wird es wohl Zeit für Neues.

Dieser Gedanke, an dem nicht nur Visionen hängen, sondern eine ganze Menge Geld, treibt den Förderverein Slawenburg Raddusch genau so wie die Stadt Vetschau und auch das Land um. Und das nicht erst seit heute. Einen Beschluss zur Neugestaltung und Erweiterung der Dauerausstellung haben die Vetschauer Abgeordneten bereits vor einem Jahr verabschiedet. Damit war auch der Weg frei gemacht worden, Fördermittel für die Neukonzeption zu stellen. Die der Stadt über das LEADER-Programm für erste Planungen auch zugewiesen wurden.

Gleich zu Beginn zeichnete sich aber auch ab, dass es notwendig sein wird, neue klimatisierte Vitrinen zu beschaffen, um nicht irgendwelche Exponate, sondern ein Großteil originale Funde aus dem Schatz des Landes präsentieren zu können, die Zehntausende von Jahren zurück liegen. Die Kosten für diese Vitrinen, die nach Angaben von Bürgermeister Bengt Kanzler Unikate seien, werden auf 684 000 Euro geschätzt. Das Land hat eine finanzielle Unterstützung aus dem Verwaltungsabkommen zur Braunkohlesanierung für derartige Zwecke in Aussicht gestellt. Die Höchstförderung liegt bei 80 Prozent. Das würde bedeuten, dass neben der Förderung von 547 200 Euro Eigenmittel von 136 800 Euro aufzubringen wären. Winfried Böhmer (Bündnisgrüne) erinnert im Tourismusausschuss daran, dass der städtische Haushalt durch die Slawenburg nicht belastet werden dürfe. Darauf habe man sich geeinigt. Die Stadt darf eh erst mit der Beschaffung der Finanzen beginnen, wenn eine entsprechende Vereinbarung zwischen dem Förderverein und der Stadt unterzeichnet ist.

Für die Zukunft allerdings ist die Betreibung der Slawenburg auf sichere Füße zu stellen. Heißt, ein Betreiberkonzept zu erarbeiten. Im Auftrag der Stadt und des Landes hatte Dr. Lars Schamholz vom Institut für Neue Industriekultur Cottbus dazu vier Varianten entwickelt, die jeweils Stärken und Schwächen aufweisen. Das wäre erstens die Fortführung durch Verein und den Beirat. Zweitens könnte das ein kommunaler Betreiber übernehmen oder drittens ein zu gründender Zweckverband. Das vierte Modell wäre ein privates Unternehmen mit kommunaler Beteiligung.

Zunächst soll noch in diesem Jahr der Eichenbohlen-Steg im Innenhof der Burg saniert werden. Für den Januar 2018 hat Geschäftsführer Ulrich Lagemann eine bildliche Darstellung der neuen Ausstellung angekündigt, die nach heutigen Planungen im April 2019 öffnen soll.