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| 17:25 Uhr

Kabinett vor Ort
Slawenburg erhält eine knappe Million

Die Nachbildung einer slawischen Fluchtburg ist eine ringförmige Wallanlage, die im 9./10. Jahrhundert durch den Slawenstamm der Lusitzi in der Niederlausitz errichtet wurde. Die Burg wurde von 1984 - 1990 ausgegraben und von 1994 - 2003 als Idealrekonstruktion einer slawischen Burg wiederaufgebaut.
Die Nachbildung einer slawischen Fluchtburg ist eine ringförmige Wallanlage, die im 9./10. Jahrhundert durch den Slawenstamm der Lusitzi in der Niederlausitz errichtet wurde. Die Burg wurde von 1984 - 1990 ausgegraben und von 1994 - 2003 als Idealrekonstruktion einer slawischen Burg wiederaufgebaut. FOTO: Holger Neumann
Vetschau/Raddusch. Mittel für Spezialvitrinen und Windfänger für Um- und Neugestaltung der Dauerausstellung. Von Rüdiger Hofmann

Brandenburgs Kulturministerin Martina Münch und Infrastrukturministerin Kathrin Schneider (beide SPD) haben am Dienstag am Rande der „Kabinett vor Ort“-Sitzung im Landkreis Oberspreewald-Lausitz einen Förderbescheid in Höhe von rund 903 000 Euro für die Slawenburg Raddusch übergeben. Die Übergabe erfolgte im Rahmen des Bundes-Förderprogramms „Investitionen für nationale Kultureinrichtungen in Ostdeutschland“. „Die Slawenburg Raddusch steht eindrücklich für die sorbische/wendische Kultur und Geschichte in unserem Land und stellvertretend für eine große Zahl durch den Braunkohletagebau verlorengegangener Kulturgüter – aber auch für die herausragenden Erfolge der Braunkohlearchäologie“, sagt Martina Münch.

Die Slawenburg kann mit den Fördermitteln des Bundes und des Landes nun dringend benötigte Spezialvitrinen für die Um- und Neugestaltung ihrer Dauerausstellung anfertigen lassen. „Außerdem werden  Windfänger installiert, um bessere klimatische Bedingungen im gesamten Ausstellungsbereich zu gewährleisten“, sagt Sina Steinführer vom Fachbereich Bau der Stadt Vetschau.

Die weitgehend originalgetreue Nachbildung einer slawischen Fluchtburg ist eine von ursprünglich etwa 50 ringförmigen Wallanlagen, die im 9. und 10. Jahrhundert durch den slawischen Stamm der Lusitzi in der Niederlausitz errichtet wurden. Ende des 10. Jahrhunderts wurde sie nach der Unterwerfung der Lusitzi durch die Sachsen aufgegeben. Die Burg wurde zwischen 1984 und 1990 ausgegraben und von 1994 bis 2003 als Idealrekonstruktion einer slawischen Burg wiederaufgebaut. Im Inneren der Wallanlage befindet sich ein archäologisches Museum. Die Dauerausstellung „Archäologie in der Niederlausitz“, die gegenwärtig erneuert wird, bietet eine Zeitreise durch 12 000 Jahre Siedlungsgeschichte von der Steinzeit bis zum Mittelalter. Betreiber der Anlage ist der Förderverein Slawenburg Raddusch. „Seit der Eröffnung haben rund 850 000 Besucher die Slawenburg besucht“, teilt der Verein mit. Das Kulturministerium fördert die Neugestaltung des Burginnenhofes in diesem Jahr mit zusätzlich 24 000 Euro. „Im April 2020 soll alles fertig sein, dann kann die völlig neu gestaltete Ausstellung besichtigt werden“, sagt Vetschaus Bürgermeister Bengt Kanzler (parteilos).

„Mit der Förderung aus Mitteln der Braunkohlesanierung unterstützen wir eines der wichtigen Leitprojekte der Spreewald-Niederlausitzer Tagebaufolgelandschaft“, ergänzt Kathrin Schneider. Die Slawenburg gehört zum Entwicklungskonzept der Städte Luckau, Lübbenau, Vetschau und Calau, die gemeinsam die touristischen Potenziale der Region erschließen wollen. „Für mich auch eine Herzensangelegenheit, denn ich habe früher die Sanierungspläne für die Tagebaue geschrieben“, so Schneider.

Die Brandenburger Landesregierung wird mit ihrem „Kabinett vor Ort“ in den kommenden Monaten in allen 18 Landkreisen und kreisfreien Städten Station machen, um mit Landräten und Oberbürgermeistern über aktuelle Herausforderungen zu sprechen.

Vetschaus Bürgermeister Bengt Kanzler (3.v.r.) erhält von Martina Münch (3.v.l.) und Kathrin Schneider (4.v.l.) den Förderbescheid.
Vetschaus Bürgermeister Bengt Kanzler (3.v.r.) erhält von Martina Münch (3.v.l.) und Kathrin Schneider (4.v.l.) den Förderbescheid. FOTO: Rüdiger Hofmann