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| 01:33 Uhr

Sicherheit geht vor Badestrand

Altdöbern/Senftenberg. Die Altdöberner müssen sechs Jahre länger auf das Flutungsende ihres Sees warten. Dadurch verzögert sich die geplante touristische Entwicklung. „Das ist allerdings kein Grund zur Sorge“, sagt Amtsdirektor Detlef Höhl. Die Sicherheit an den langen Stränden geht vor. Von Torsten Richter

Schon jetzt bietet der Altdöberner See ein interessantes Landschaftspanorama: Wasser bis zum Horizont, mittendrin die Halbinsel Pritzen. Genau 879 Hektar Wasserfläche soll das Gewässer nach Flutungsende in zwölf Jahren einnehmen. Das war eigentlich für das Jahr 2017 geplant. Auch sollte der See nach ursprünglichen Planungen ein Areal von 1016Hektar umfassen. Davon ist jetzt keine Rede mehr.

“Es stimmt, das Restloch hatte anfänglich tatsächlich eine Fläche von rund 1000 Hektar. Nach Flutungsbeginn am 28. Mai 1998 kam es in den darauf folgenden Jahren jedoch zu Rutschungen in den noch nicht gesicherten Uferbereichen„, erklärt Uwe Steinhuber, Sprecher der Bergbausaniererin Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV). Mit den daraus resultierenden Planungsänderungen sei der Zielwasserstand von ursprünglich 84,5 Meter auf 82,4 Meter korrigiert worden. Dieser soll nun erst sechs Jahre später erreicht werden. Daraus ergibt sich die neu berechnete Wasserfläche von 879 Hektar, immerhin 137 Hektar weniger als am Anfang prognostiziert.

Darüber hinaus sei die Zuleitung zum Altdöberner See bis voraussichtlich 2012 gestundet worden. “Diese Maßnahme dient vor allem der weiteren geotechnischen Sicherung der Uferbereiche bei etwa gleichbleibendem Wasserstand„, erklärt Steinhuber.

“Unser See wird im Lausitzer Seenland natürlich eine wichtige Rolle spielen. Aber an erster Stelle steht die Sicherheit„, sagt der Altdöberner Amtsdirektor Detlef Höhl (SPD). Bereits jetzt gebe es immer wieder Anfragen von Investoren, die ihre Projekte am Altdöberner See umsetzen wollen. “Die müssen wir noch vertrösten„, so Höhl. Zumal befänden sich alle Uferflächen noch im Eigentum der LMBV.

Höhl rechnet ohnehin nicht mehr mit einem Maßnahmenbeginn in der noch bis zum Jahr 2013 andauernden Förderperiode. Für den Amtsdirektor spielt insbesondere die Verbindung zwischen dem Altdöberner Ortskern und dem Gewässer eine zentrale Rolle: “Der Seezugang ist immens wichtig„.

Auch Bürgermeister Horst Bernstein (parteilos) gibt sich trotz der Zeitverschiebung gelassen. “Eine ordentliche Rütteldruckverdichtung und Ufersicherung sind mir wichtiger als bereits jetzt die touristische Entwicklung zu starten.„ Entsprechende Nachteile aufgrund der rasanten Entwicklung in anderen Teilen des Seenlandes sieht Bernstein indes nicht: “Wir haben den Vorteil, unsere Projekte in Ruhe und mit Sorgfalt vorbereiten zu können.„

Beispielsweise die “Hand„. Dieses rund einen halben Kilometer lange und etwa 20 Meter hohe Landschaftsbauwerk soll die ursprüngliche Direktverbindung zwischen Altdöbern und Pritzen symbolisieren.

Uwe Steinhuber zeigt sich gegenüber der Realisierung dieser Erd skulptur dagegen etwas skeptischer: “Erst nach Herstellung der geotechnischen Sicherheit kann erneut eine Bewertung einsetzen, ob dieses Vorhaben, wie vor einigen Jahren entworfen, noch technisch umsetzbar und finanzierbar ist.„ trt1