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| 21:14 Uhr

Anzeige bei der Polizei
Serientäter auf Vetschaus Spielplätzen

Traurig stehen Benjamin, Hanna, Finja und Hanna mit Anke Gräfe (r.), stellvertretende Leiterin des Horts der Möglichkeiten im Schulzentrum Vetschau, am zerstörten Klettergerüst auf dem Spielplatz. Seit Wochen werden Spielgeräte der Stadt entweder demoliert oder Bestandteile gestohlen.
Traurig stehen Benjamin, Hanna, Finja und Hanna mit Anke Gräfe (r.), stellvertretende Leiterin des Horts der Möglichkeiten im Schulzentrum Vetschau, am zerstörten Klettergerüst auf dem Spielplatz. Seit Wochen werden Spielgeräte der Stadt entweder demoliert oder Bestandteile gestohlen. FOTO: LR Medienverlag und Druckerei Gm / Rüdiger Hofmann
Vetschau. Immer wieder zerstören Unbekannte die Spielgeräte in der Stadt Vetschau. Das wird zur großen Gefahr für die Kinder. Von Rüdiger Hofmann

Traurig und wütend zugleich stehen Hanna, Finja, Benjamin und Hanna in Vetschau auf dem Außengelände des Hortes der Möglichkeiten vor dem zerstörten Klettergerüst – dem Piratenturm. Am Wochenende vor dem Tag der Deutschen Einheit muss es passiert sein. „Montag wollten wir auf dem Gerüst spielen, da haben wir die Beschädigungen und das Absperrband gesehen“, erzählen die vier Hortkinder. Die Stadt Vetschau hatte bereits am Sonntag, 30. September, bei der Polizei Anzeige gegen Unbekannt erstattet, wie Bürgermeister Bengt Kanzler (parteilos) auf Nachfrage bestätigt.

Beamte verschafften sich wenig später vor Ort einen Eindruck und nahmen den Schaden auf. „Unbekannte kamen auf die geistlose Idee, die Kletterseile durchzuschneiden, Bodenverankerungen zu lösen und Verbindungselemente herauszutrennen. Dies stellt ein erhebliches Gefahrenpotenzial für alle Spielenden dar. Das Klettergerüst in der Pestalozzistraße 12 wurde daraufhin mit weiß-rotem Band abgesperrt“, sagt Erzieherin Tina Schmidt. Sie hatte sich an die Stadt als Träger und an die RUNDSCHAU gewendet, um auf den Vorfall aufmerksam zu machen. Und Anke Gräfe, stellvertretende Hortleiterin, ergänzt: „Das muss jemand mit Wut und Gewalt getan haben. Für solch eine Aktion braucht man Zeit und die richtigen Werkzeuge.“ Zudem erinnert sie sich: „Das Klettergerüst wurde schon einmal beschädigt. Vor ein paar Monaten wurden die Seile aus der Verankerung gerissen.“

Nicht ganz unwichtig in diesem Zusammenhang ist der Fakt, dass das Klettergerüst nicht nur von den Hortkindern genutzt werde. „Normalerweise würden täglich bis etwa 16 Uhr die Hortkinder auf dem Gerüst spielen, danach ist es für Jedermann öffentlich zugänglich, sagt Gräfe. Und somit eine Gefahrenquelle über das Schulzentrum hinaus.

Die Reaktionen der Hortkinder auf diesen Vandalismus sind eindeutig: „Das ist echt gemein, denn es war das einzige Klettergerüst draußen, auf dem wir richtig klettern konnten“, sagt Stacy, eine der amtierenden Kinderhortsprecherinnen. Die häufigste Frage der Kinder: „Wer hat unser Lieblingsklettergerüst kaputt gemacht?“ In ihren Augen eine völlig sinnlose Zerstörungswut – und leider kein Einzelfall.

„Hier waren offenbar dreiste Straftäter am Werk. Möglicherweise sogar Serientäter, da wir schon seit Monaten gleichartige Vorfälle auch an anderen Spielplätzen beklagen“, teilt Bürgermeister Bengt Kanzler mit. Verantwortungslos würden hierbei nicht nur Schäden verursacht und damit auch Verletzungen insbesondere von Kindern in Kauf genommen, sondern auch Materialien in erheblichem Umfang gestohlen, so die Stadtspitze. Ob der Fall im Schulzentrum in direktem Zusammenhang mit den Beschädigungen an anderen Spielplätzen steht, kann noch nicht sicher gesagt werden, da es sich um laufende polizeiliche Ermittlungen handelt. „Werden der oder die Täter gefasst, hoffe ich auf angemessene Bestrafung, der Schadenersatz wird konsequent geltend gemacht und verfolgt“, so Kanzler weiter. Eine Anfrage beim Bauamt hat ergeben, dass eine Reparatur durch den Bauhof erfolgen und rund 2 000 Euro kosten wird. Etwa drei bis vier Wochen wird die Instandsetzung des Piratenturms dauern, da das Material beim Hersteller erst bestellt werden muss. Solange müssten sich die Hortkinder noch gedulden, bis sie wieder auf dem Gerüst herumtoben dürfen.

Der Hort der Möglichkeiten ruft derweil die Bevölkerung auf: „Wer Hinweise zu der Zerstörung auf dem Schulgelände des Dr. Albert Schweitzer Schulzentrums Vetschau beziehungsweise zur Feststellung oder Ergreifung der Täter hat, meldet sich bitte bei der örtlichen Polizei, der Stadt oder bei uns im Hort. Vielleicht hat ja irgend jemand irgend etwas gesehen.“ Die Hortkinder hätten vor allem einen Wunsch an die Verursacher: „Bitte macht nichts mehr kaputt!“ Sie hoffen, dass sie bald wieder auf ihrem Piratenturm spielen können.