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| 17:58 Uhr

10 Jahre Jugendbauhütte
Neuer Glanz für Schlosspark Altdöbern

Jürgen Klemisch (l.), Prokurist der Brandenburgischen Schlösser GmbH, zeigte Ministerin Kathrin Schneider (2.v.l) das Altdöberner Schloss.
Jürgen Klemisch (l.), Prokurist der Brandenburgischen Schlösser GmbH, zeigte Ministerin Kathrin Schneider (2.v.l) das Altdöberner Schloss. FOTO: Uwe Hegewald
Altdöbern/Berlin/Potsdam. Seit zehn Jahren wirbelt die Internationale Jugendbauhütte in der Gartendenkmalpflege. Jugendliche verschiedener Nationen haben seitdem dem Schlosspark zu neuem Glanz verholfen. Von Uwe Hegewald

Höchstarbeit hatte die kleine Digitalkamera von Hannes Lewin am Mittwochnachmittag zu verrichten. „Wahnsinn, was sich hier alles verändert hat. Die Räume im Schloss, der Park oder die Orangerie, die zu meiner Zeit noch eine Ruine war“, versucht der 25-Jährige seine Eindrücke in Worte zu fassen. „Seine Zeit“ waren die Jahre 2011-2013, als er für die Internationale Jugendbauhütte (IJBH) in Altdöbern in der Gartendenkmalpflege tätig war. Vor wenigen Tagen ist das zehnjährige Bestehen des Projektes mit einem kleinen Fest gefeiert worden.

Zweifellos ein Erfolgsprojekt, so Dr. Steffen Skudelny, Vorstand der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD), der den internationalen Charakter hervorhob. „Junge Menschen aus mehreren Nationen haben wiederhergestellt, was denkmalgeschützt und bewahrenswert ist.“ In der zehnten Staffel, die Anfang September ihre Arbeit aufgenommen hat, sind es Jugendliche aus sieben Nationen, darunter vier Deutsche.

Wendelin Brockhage ist aus Dresden zu den Parksanierern gestoßen. „Nach meinem Abitur am Evangelischem Kreuzgymnasium will ich das Freiwillige Soziale Jahr zur Orientierung nutzen“, erklärt der 18-Jährige. Ein späteres Studium schließt er nicht aus. „Was mich fasziniert ist alles, was irgendwie mit Landschaftsgärtnerei zu tun hat“, so der Elbestädter, dem zum Jubiläum eine besondere Ehre zuteil wurde: Das Überreichen eines lindgrünen T-Shirts mit der Aufschrift „Jugendbauhütte“ an die brandenburgische Ministerin für Infrastruktur und Landesplanung (MIL), Kathrin Schneider (SPD). Inzwischen zu den Stammgästen im Altdöberner Schlosspark zählend, folgte sie umgehend der drängenden Empfehlung von Bürgermeister Peter Winzer (SPD), das T-Shirt doch gleich überzustreifen.

Für Ministerin Kathrin Schneider ist das Projekt der beste Beweis dafür, was alles vorangebracht werden kann, wenn sich Partner gemeinschaftlich und geschlossen den Herausforderungen stellen. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz und ihre Tochter, die Brandenburgische Schlösser GmbH (BSG), die LMBV, der Landkreis Oberspreewald-Lausitz, aber auch die Gemeinde und das Amt Altdöbern sowie die hier lebenden Menschen arbeiten Hand in Hand. Dass sich der Heimatverein, der Gewerbeverein oder der Club Extra redlich bemühen, ihre temporären Mitbewohnern an kulturelle Veranstaltungen teilhaben zu lassen oder einzubinden, dürfte auch bis in ihr Ministerium vorgedrungen sein. „Unser aller Engagement und jeder einzelne, investierte Euro haben sich gelohnt“, stellt Kathrin Schneider klar.

Zu den Feierlichkeiten ist sie mit einem Geburtstagsgeschenk aus der Landeshauptstadt angereist, dass insbesondere der aktuellen Staffel große Freude bereitete: Ein Zuwendungsbescheid für acht nagelneue Fahrräder, samt Zubehör, mit denen die Jugendlichen zwischen ihrer Wohnstätte in der Schulstraße und dem Schlosspark pendeln können. Die Investitionssumme beläuft sich 2850 Euro, darunter 2280 Euro aus Lottomitteln.

Johannes Zerger, Geschäftsführer der Internationalen Jugendgemeinschaftsdienste würdigt die generelle Struktur der Jugendbauhütte von Leuten mit Uni-Abschluss bis hin zu Freiwilligen, die eine Ausbildung abgebrochen haben und sich in dem Jahr in Altdöbern neu orientieren wollen. Viele Teilnehmer nutzen die Zeit, um anschließend eine Ausbildung oder Studium mit „grüner Ausrichtung“ aufzunehmen. Dazu gehört auch  Hannes Lewin, auf dessen Kamerachip sich Bild an Bild reihen und der inzwischen in Bremen als Baumgutachter arbeitet.