Von Uwe Hegewald

Mit seiner Begeisterung kann und will sich Jean-Luca Geier nicht zurückhalten. „Es war die richtige Entscheidung, hierher zu kommen. Das Sommerlager ist Spitze, wir kommen auf jeden Fall nach Bronkow zurück“, lautet das Zwischenfazit des 16-Jährigen.

Der ambitionierte Nachwuchs-Leistungsflieger zählt zu den 15 Jugendlichen, die noch bis zum 5. August ihre Zelte auf dem Flugplatz Bronkow (Gemarkung Luckaitztal) aufgeschlagen haben. Hinzu kommen 20 erwachsene Segelflieger aus dem Rheinland, die das Sommerlager mit Technik, Erfahrung und Rundumbetreuung begleiten.

Es ist das erste Mal, dass die Luftsportgruppe Erbslöh-Langenfeld in Bronkow Station macht, die den Namen des deutschen Luftfahrtpioniers Oskar Erbslöh (1879-1910) trägt. Der erste Besuch in der Lausitz datiert aus dem Jahr 2005, als die Piloten in Neuhausen (Cottbus) Quartier bezogen, um hier die Vorzüge auszuleben, die der Segelflugsport hier zu bieten hat.

Jürgen Bedrich, im März dieses Jahres zum Vorsitzenden des Fliegerclubs Bronkow gewählt, weiß um die außergewöhnlichen Bedingungen, die immer wieder Segelflieger aus ganz Deutschland ins südliche Brandenburg locken: „1. die thermischen Verhältnisse, 2. der freie Luftraum zwischen Berlin, Dresden, Leipzig und Polen, 3. die Platzverhältnisse“, zählt der Kolkwitzer auf. Jochen König, Langenfelds mitgereister Cheffluglehrer ergänzt: „4. die fantastische Abendverpflegung durch die Bauernküche Calau, mit üppigem, abwechslungsreichem Essen zu sehr fairen Preisen.“

Ein weiteres Mal kommt der Ausbilder ins Schwärmen, wenn er auf die Gegebenheiten am Boden angesprochen wird. „Ein tolles Fluggelände mit einer modernen Elektrowinde samt widerstandsfähigem Kunststoffseil und hervorragenden Gastgebern, die es uns ermöglichen, täglich bis zu 60 Starts zu vollziehen“, so der „König der Lüfte“.

Worte, die bei Jürgen Bedrich sprichwörtlich runtergehen, wie Öl. Um die Rolle „hervorragender Gastgeber“ auszufüllen ist der Fliegerclub stets am Wirbeln. Was die Infrastruktur anbetrifft, ist der Verein ständig um Weiterentwicklungen bemüht. Dabei stünden Modernisierungen auf dem gesamten Gelände im Fokus. Campingplatz, Toiletten, neue Garagentore oder wie zuletzt ein aufblasbarer Pool, in dem sich Pilotinnen und Piloten nach absolvierten Flügen erfrischen können. „Temperaturen von 50 Grad sind bei den jetzigen Sommersonnentagen im Cockpit keine Seltenheit“, räumt Jürgen Bedrich ein. Die Crew wüsste aber mit den Gegebenheiten umzugehen. In Extremsituationen bestehe jederzeit die Möglichkeit, auf den Flugplatz zurückzukehren.

Diesen und den Verein sieht der Kolkwitzer als „insgesamt gut aufgestellt“. „Vom Personal her, von der starken Jugendabteilung, der Vielzahl von Angeboten und den vielen neuen Ideen“, so Bedrich, von 2006-2016 Präsident des LSV Neuhausen. „Kein Sport bringt dich so weit nach oben“, ist auf T-Shirts der Segelflugkapitäne zu lesen. Die Richtung steht charakterisierend für den sportlichen Anspruch der Bronkower. „Wir wollen Leistungsstützpunkt in Südbrandenburg sein und bleiben“, betont Jürgen Bedrich.

Anhand stabiler Ergebnisse in der 2. Bundesliga kann das ebenso belegt werden, wie an den Außenwirkungen von Vereinsmitgliedern. Stichwort Stefan Schumann, Ingenieur bei Rolls Roys, der im Juni dieses Jahres an einem Alpenfluglehrgang in Unterwössen teilgenommen hat. „In den zwei Wochen meines Aufenthaltes konnte ich elf Starts vollziehen“, berichtet das in Potsdam lebende Vereinsmitglied. Spektakuläre Aufnahmen von seinen 59 Flugstunden und 3660 absolvierten Kilometern über Alpengipfel sind unter www.fcbronkow.de zu sehen.