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Schwimmen, nicht baden gehen

Auftakt der Städtevertreter für das 20:17-Stundenschwimmen.
Auftakt der Städtevertreter für das 20:17-Stundenschwimmen. FOTO: H. Kuschy
Calau. Forst, Altdöbern, Großräschen, Finsterwalde, Vetschau, Luckau und Calau fiebern dem 20:17-Stundenschwimmen am 1. Juli entgegen. Und auch wenn es nach der Idee eine verdiente Werbung für ihre geliebten Freibäder sein soll – keine der Kommunen möchte wirklich Letzte sein. Hannelore Kuschy

Seit 2012 ist Finsterwalde mit am Start und konnte 2016 mit dem ersten Platz und einer überzeugenden Pokalverteidigung nachweisen: Die Finsterwalder können nicht nur singen. Kämmerin Anja Zajic weiß, dass wieder viel Arbeit in die Vorbereitung des Wettbewerbs gesteckt wird. Damit er nicht laufend ins Wasser müsse, lobe Finsterwalde für die schwache Zeit zwischen 2 und 6 Uhr einen Nachtpokal aus, sagt Torsten Marasus, Leiter Bäder.

Wie sich das anfühlt, die rote Laterne zu tragen, weiß Luckau seit dem vorigen Jahr. "Wir tauchen deshalb jetzt erst mal ab und werden unseren Plan nicht verraten. Auf jeden Fall gehen wir doopingfrei an den Start", versichert Bürgermeister Gerald Lehmann mit einem Augenzwinkern. Nur so viel: Das Sportlerfrühstück wird es wieder geben.

Altdöbern, die Gemeinde, in der das Bad ausschließlich ehrenamtlich betrieben wird, fährt da ganz andere Geschütze auf, wie Bürgermeister Peter Winzer gucken lässt: "Bei uns gibt's Nudeln, 50 bis 60 Kilo. Das gibt allen Kraft."

Die sei es aber wohl nicht allein, die Altdöbern schon im Vorjahr auf den zweiten Platz schnellen ließ. Gemunkelt wird nämlich, dass Jugendliche aus dem benachbarten Großräschen dort ein paar Kilometer in Richtung Silber mitgeschwommen sind. "Wenn wir mal Erster geworden sind, geben wir diese Schwimmer natürlich wieder ab", gibt er sich großmütig.

"Wir hoffen ja nicht, dass das mal vor dem Sportgericht landet", orakelt das Oberhaupt der Stundenschwimm-Erfinderstadt Calau. Die ist dieses Jahr mit der Eröffnung des Bades ein wenig ins Hintertreffen geraten, weil ein Schwimmmeister erkrankt ist. "Wir schließen unser Bad am kommenden Dienstag auf. Uns fehlen deshalb natürlich acht Tage Training", sagt er und erntet mitleidiges Raunen.

Wenigstens Platz 3 will Forst beim 20:17-Stundenschwimmen halten. Ein Plan ist, die Schulen zu motivieren, die möglichst viele Schüler ins Bad schicken, die Spaß am Schwimmen haben. Auch die Stadtverwaltung wolle helfen, verspricht Fachbereichsleiter Andreas Kaiser.

Vetschau dürfte in diesem Jahr ordentlich was stemmen im Wettbewerb. Das 90-jährige Bestehen des Sommerbades sollte Motivation genug sein. Kämpferisch gibt sich deshalb Bengt Kanzler, der selbst am Montag bei 17 Grad Wassertemperatur angebadet hatte. "Wir greifen wieder an - die rote Laterne will ich nicht wiederhaben", so das Stadtoberhaupt. Die hatten die Vetschauer 2015 getragen und wie Gerald Lehmann aus Luckau weiß, so verkrampft festgehalten, dass es den Berstestädtern schwer fiel, sie tatsächlich zu übernehmen.

In Großräschen wird Anfang Juli gleichzeitig Stadtfest gefeiert. Das macht der stellvertretenden Bürgermeisterin Karin Neufeld Hoffnung, dass recht viele Festbesucher mal eine Abkühlung brauchen und ins Freibad kommen. Das Stundenschwimmen sei dort zu einem generationsübergreifenden Ereignis geworden, bei dem selbst ganz Junge und Hochbetagte dabei sein wollen.