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Schwimmen im Mai die ersten Häuser?

Das sind sie also, die Hausboote auf der Goitzsche bei Leipzig. Vetschauer Abgeordnete und Vertreter der Stadtverwaltung haben sich die Häuser angesehen, die demnächst auch auf dem Gräbendorfer See schwimmen könnten.
Das sind sie also, die Hausboote auf der Goitzsche bei Leipzig. Vetschauer Abgeordnete und Vertreter der Stadtverwaltung haben sich die Häuser angesehen, die demnächst auch auf dem Gräbendorfer See schwimmen könnten. FOTO: Kuschy
Vetschau/Laasow. Schwimmende Ferienhäuser wie im Goitzsche Resort bei Leipzig könnten schon im Mai auf dem Gräbendorfer See zu sehen sein. Vetschauer Abgeordnete und Vertreter der Stadtverwaltung haben sie sich angesehen und sind einigermaßen beeindruckt. Hannelore Kuschy

Mit diesen Aussichten könnte sich bald der Traum von einem maritimen Familien-Urlaub auf dem Gräbendorfer See erfüllen: Sonne, Wasser, Hausboot mit Terrasse und Sonnendeck, Wohnzimmer mit Küche und Blick auf den See, zwei Schlafzimmer, Dusche, WC. Einen Vorgeschmack haben sich die Vetschauer Abgeordneten Dietmar Schmidt (CDU), Uwe Jeschke (SPD) und Susan Götze (Linke), Bürgermeister Bengt Kanzler (parteilos) und Bau-Fachbereichsleiter Sven Blümel im Goitzsche Resort bei Leipzig geholt, denn dort schwimmen diese Ferienhäuser bereits - jedes auf einem Betonschwimmkörper. Dieses schwimmende Fundament besteht aus einem etwa 25 Tonnen schweren Stahlbetonkörper mit einer Polystyrol-Füllung und ist nach unten zum Wasser hin geöffnet. Auf diesem Ponton mit einer Schwimmfläche von 13 mal fünf Metern können sich 25 Personen aufhalten.

Sven Blümel kann sich die winterfesten Hausboote im modernen Design von "floating house" aus Berlin durchaus auf dem Laasower Gewässer vorstellen. "Das hätte auch den Vorteil, dass wir ein ganzes Gebiet entwickeln könnten", sagt er. In der ersten Phase seien vier schwimmende Häuser am Steg der Tauchschule vorgesehen. Wenn alles gut geht, so "floating house"-Geschäftsführer Ulf Sybel, könnten im Mai die vier Häuser auf dem Gräbendorfer See schwimmen. "Die Tauchschule als fünftes Haus würden wir integrieren, sie wäre eine Art Gemeinschaftsraum für die Urlauber, in dem zum Beispiel Geburtstagsfeiern stattfinden können", sagt er. Die Stadt Vetschau hat das Haus der Tauchschule erworben und rechnet damit, dass sie zum Monatsende dem neuen Eigentümer gehört.

Phase zwei sieht einen zweiten Steg in der Nachbarschaft vor, an den zehn bis 16 weitere schwimmende Häuser auch in unterschiedlicher Größe angedockt werden. Ein Zeitpunkt dafür stehe noch nicht fest, so Blümel. Wohl aber gäbe es nach Angaben von Ulf Sybel bereits Interessenten zwischen Cottbus und Berlin, aber auch aus dem Dresdener Raum,die am Kauf von schwimmenden Häusern auf dem Gräbendorfer See interessiert seien. Das Unternehmen selbst habe eine eigene Vermarktungs- und Verwaltungsgesellschaft, die den Hauseigentümern ihren Service anbiete. Mit den schwimmenden Häusern wie bei Leipzig und vielleicht auch künftig auf dem Gräbendorfer See richte sich das Unternehmen vor allem an jene Urlauber, die dem Trubel des Alltags entfliehen wollen. Von Laasow aus sei es zudem nicht weit bis zum Spreewald, aber auch bis Cottbus, Berlin und Dresden.

In diesem Monat haben die Arbeiten zur Erschließung des Gräbendorfer Seeufers begonnen. Bis Dezember sollen sie abgeschlossen sein und werden voraussichtlich rund 300 000 Euro kosten.