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| 02:32 Uhr

Schwamm drückt satt nach Lübbenau

An der Pohlenzschänke konnten Paddler am Donnerstag nur noch mit Mühe festmachen, Kähne mussten wegen des steigenden Wassers die Schänke schon meiden. Nicht ausgeschlossen ist, dass die Fließe für jeglichen Kahn- und Bootsverkehr gesperrt werden müssen. Wirtin Stephanie Fittkau musste zudem die Absage einer 100-köpfigen Reisegruppe hinnehmen. Radler könne die Pohlenzschänke noch erreichen. Die Wirtin hofft, dass das Wasser nicht so hoch steigt wie 1981, als das Haus 1,10 Meter im Nassen stand.
An der Pohlenzschänke konnten Paddler am Donnerstag nur noch mit Mühe festmachen, Kähne mussten wegen des steigenden Wassers die Schänke schon meiden. Nicht ausgeschlossen ist, dass die Fließe für jeglichen Kahn- und Bootsverkehr gesperrt werden müssen. Wirtin Stephanie Fittkau musste zudem die Absage einer 100-köpfigen Reisegruppe hinnehmen. Radler könne die Pohlenzschänke noch erreichen. Die Wirtin hofft, dass das Wasser nicht so hoch steigt wie 1981, als das Haus 1,10 Meter im Nassen stand. FOTO: Peter Becker/peb1
Lübbenau. Gefahr für Leipe, Lehde und Raddusch, Gefahr auch für die Lübbenauer Altstadt? Viele Ungewissheiten begleiten die am Donnerstag eingeleiteten Vorbereitungen auf das Spree-Hochwasser. Vor allem Rückstau bereitet Sorgen. Jan Gloßmann

Nun also doch: Die Stadt Lübbenau hat am Donnerstag die Vorbereitungen auf ein mögliches Hochwasser intensiviert. Noch tags zuvor war man davon ausgegangen, dass die Welle durch die Umfluter von Lübbenau weitgehend fern bleibt. Doch der schützende Schwamm Spreewald wird sich aller Voraussicht nach derart vollsaugen, dass das Wasser nach Lübbenau drückt.

Am Freitag wird das Lagezentrum des Katastrophenschutzes in der Stadt seine Arbeit aufnehmen. Wie Bürgermeister Helmut Wenzel (parteilos) erklärte, werden Wassermassen aus dem Spreewald erwartet, da ungewiss sei, wie viel Wasser tatsächlich durch den Nordumfluter geleitet werden könne. Erste deutliche Anzeichen gab es am Donnerstag am Waldhotel Eiche und an der Pohlenzschänke, wo es erste Evakuierungen gab, Kähne nicht mehr anlegen konnten.

Sollte der Wasserdruck weiter steigen, dann müssen sich auch Raddusch und die umliegenden Flächen sowie die Lübbenauer Ortsteile Leipe und Lehde auf Schlimmes gefasst machen.

Eine weitere Gefahr droht zudem aus Richtung Norden: Es sei nicht auszuschließen, dass es durch die Engpässe bei Lübben zum Rückstau in Richtung Lübbenau komme, hieß es am Donnerstag. Vorsorglich wurden daher nach dem Barzlin auch der Radweg auf dem Deich zwischen Lübben und Lübbenau gesperrt sowie die Zufahrten dorthin aus Richtung Zerkwitz, Krimnitz und Ragow. Ob das Hochwasser wie 1981 die Altstadt erreiche, bleibe derzeit unabwägbar. "Wir treffen Vorsorge, aber es gibt keinen Grund zur Panik." Die Stadt habe 10 000 weitere Sandsäcke geordert. 2000 liegen bereist bereit. Allerdings wies Wenzel ausdrücklich darauf hin, dass diese Säcke der allgemeinen Vorsorge dienen. Private Hausbesitzer müssen ihre Gebäude zunächst aus eigener Kraft schützen.

Man gehe derzeit davon aus, dass es keine einzelne hohe Welle als Scheitel, sondern einen permanenten Anstieg des Wassers geben werde. Das liege an der Abgabe aus der Talsperre Spremberg. Da sich die Lage stündlich ändern könne, sind auch Informationen und Warnungen per Lautsprecherwagen möglich.

Für den Juli 1736 konstatierte Paul Fahlisch in seiner "Geschichte der Spreewaldstadt Lübbenau": "Da war Nichts, als lautes schweres, großes Donnerschlagen und Blitzen und solches Wassergießen, dass bey Menschen Lebenszeit nicht kein Mensch erlebet hat, dass die meisten Häuser und Stuben voller Wasser waren". Niemand vermag zu sagen, wie schlimm es 2013 wird.

Zum Thema:
Die Stadt Lübbenau hat ein Spendenkonto für die Opfer der Flut eingerichtet. Bürgermeister Helmut Wenzel teilte mit, dass Spenden auf dem Konto der Stadt unter der Kontonummer 3041 1000 10 (Bankleitzahl 180 55 000) bei der Sparkasse Niederlausitz eingezahlt werden können. Damit die Spenden zielgerichtet eingesetzt werden können, muss als Verwendungszweck "Flutopferhilfe" angeben werden.