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Schutz für Handel: Lübbenau will kein kleines Outlet-Center Kittlitz

Lübbenau. Der Beschluss ist zwar gestutzt, ein Factory-Outlet-Center an der Autobahn in Kittlitz soll es dennoch nicht geben: Das haben die Lübbenauer Stadtverordneten mehrheitlich beschlossen. Die Abgeordneten folgten in ihrer jüngsten Sitzung einem Antrag des CDU-Fraktionsvorsitzenden Martin Habermann. Jan Gloßmann

Der hatte gefordert, das ablehnende Gutachten nicht zum Beschluss zu erheben. Die Analyse eines Kölner Büros für Stadt- und Regionalplanung war zu dem Schluss gekommen, dass die Ansiedlung von drei je etwa 800 Quadratmeter großen Märkten in Kittlitz teils erhebliche Auswirkungen auf die Handelsstandorte wie Kolosseum oder Altstadt haben werde.

Einigen Abgeordneten ist diese gutachterliche Einschätzung "zu einseitig", wie der CDU-Mann Norbert Badack sagte. Thomas Fron (Linke) forderte eine Vertagung in eine erneute Ausschuss-Sitzung. Eberhard Richter (AWG) erklärte, seine Fraktion unterstütze den Kittlitzer Ortsbeirat, der das Center will und das Gutachten für "zumindest unvollständig" hält, so Ortsvorsteher Volkmar Schloßhauer. Eberhard Richter sagte: "Möglicherweise vertun wir eine Chance. Wir sollten nicht übermäßig in den Markt eingreifen."

Dagegen erinnerte die SPD-Abgeordnete Carola Krahl an mögliche Auswirkungen beispielsweise auf das Kolosseum. "Das ist dann in Gefahr, mitten in der Neustadt." Auch die Interessengemeinschaft der Altstadt-Händler (Igea) hatte bereits vor den Auswirkungen wie Umsatzeinbußen und Leerstand gewarnt.

Bürgermeister Helmut Wenzel (parteilos) erinnerte daran, dass ein tatsächliches Factory-Outlet-Center mindestens 10 000 Quadratmeter Verkaufsfläche haben müsse, um Premiumprodukte anbieten zu können. Alles andere führe, wie im Gutachten dargestellt, nur zu einer Verlagerung von Angeboten und Umsätzen. Die Lübbenauer müssten sich aber auch selbst an die Nase fassen, wo man einkaufe. Letztlich bestätige der Beschluss nur, was bereits im Einzelhandelsgutachten für die Stadt festgeschrieben steht. Martin Habermann aber sagte: "Auch wenn die Igea auf- und niederspringt, die große Gefahr für den Handel ist das Internet."