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| 19:35 Uhr

Am Paul-Fahlisch-Gymnasium in Lübbenau
Schulklasse wird zum Orchester

 Die neue Bläserklasse am Paul-Fahlisch-Gymnasium in Lübbenau bei der Gesamtprobe in der Aula.
Die neue Bläserklasse am Paul-Fahlisch-Gymnasium in Lübbenau bei der Gesamtprobe in der Aula. FOTO: LR / Daniel Preikschat
Lübbenau. Am Paul-Fahlisch-Gymnasium in Lübbenau wird die einzige neue Bläserklasse Brandenburgs in diesem Jahr eingerichtet. Die Schüler lernen mehr als Tuba, Trompete oder Posaune zu spielen. Von Daniel Preikschat

Lange hat Musik- und Deutschlehrerin Ines Kühne auf diese Nachricht gewartet. Vor sechs Jahren hatte sie mit dem damaligen Schulleiter Matthias Nevoigt beim Verband der Musik- und Kunstschulen Brandenburg (VDMK) den Antrag gestellt, am Paul-Fahlisch-Gymnasium eine Bläserklasse einrichten zu dürfen. Die junge Pädagogin hatte schon während ihres Studiums und in der Kreismusikschule OSL von den Bläserklassen gehört, die mit Landesmitteln gefördert werden können. Als sie 2013 im Lübbenauer Gymnasium anfing, dauerte es nicht lang, und der Antrag wurde gestellt.

Vor wenigen Wochen hielt dann tatsächlich ein Kleintransporter auf dem Parkplatz der Schule in Lübbenau. Die wertvolle Ladung: eine Tuba, fünf Klarinetten, sechs Saxophone, drei Querflöten, sechs Trompeten und fünf Posaunen. Ganz neue Schulinstrumente im Wert von insgesamt rund 30 000 Euro. Mitarbeiter eines Fachhandels in Berlin übergaben die Instrumente.

Nun stellte sich jedoch die wichtige Frage: Welches Kind in der Leistungs- und Begabtenklasse am Paul-Fahlisch-Gymnasium spielt welches Instrument? Die Kinder durften jedes Instrument anblasen, danach einen Erst-, Zweit- und Drittwunsch äußern, erzählt die Musiklehrerin. Schon bei diesem Anblasen seien die Kinder „willig und begeistert“ gewesen.

Immer mittwochs wird jetzt geprobt im Gymnasium. Erst kommen die Registerproben mit den drei Instrumentengruppen dran. Zwei leiten Ulrich Hengst und Lutz Schulz von der Kreismusikschule, eine Ines Kühne. Sie könne selbst alle Instrumente leidlich spielen, wirklich gut aber nur die Klarinette. „Mit der bin ich groß geworden.“ Nach den Registerproben wird es dann in der Aula spannend bei der Gesamtprobe. Ines Kühne gibt zu: „Das klingt am Anfang grausam, wird aber später ganz toll.

Gerade wenn alle 26 Kinder zusammen Musik machen, ist das für sie besonders anspruchsvoll, so die Lehrerin. Teamwork sei gefragt, die Kinder müssen aufeinander Rücksicht nehmen, sich aufeinander verlassen können, langen Atem beweisen und diszipliniert sein. Hinzu komme die Verantwortung für das teuere Instrument, die Wertschätzung. Denn nach den Herbstferien nehmen die Kinder Tuba, Trompete und Saxophon sogar mit nach Hause. Dort sollen die Fünftklässler jeden Tag zehn Minuten üben, damit die Mundmuskulatur ausgebildet wird.

Nicht jedes Kind wird musikalisches Talent zeigen. Da macht sich Ines Kühne nichts vor. Doch jeder Schüler werde auch für sein Sozialverhalten viel mitnehmen aus der Bläserklasse. Zumal es in Klassenstufe sechs weitergeht mit den drei zusätzlichen Musikstunden in der Woche. Für die Leistungs- und Begabtenklasse, die das Gymnasium in Lübbenau seit 2003 anbietet, ist das eine Aufwertung, so Schulleiter Matthias Lösche. Und aufgewertet werden können damit auch die Schulfeste des Gymnasiums und die Tage der offenen Tür. Denn dann soll das neue Blasorchester aufspielen. Dieses Jahr zu Weihnachten, gibt Ines Kühne das Ziel vor, soll Konzertpremiere sein.