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Calau
Schulkinder säen Zukunft

Von Funktionsförster Maik Wiesner haben die Calauer Grundschüler im Stadtwald eine Anleitung zum richtigen Vorbereiten der Fläche für das Säen der Bucheckern bekommen.
Von Funktionsförster Maik Wiesner haben die Calauer Grundschüler im Stadtwald eine Anleitung zum richtigen Vorbereiten der Fläche für das Säen der Bucheckern bekommen. FOTO: Uwe Hegewald
Calau/Altdöbern . Calauer und Altdöberner Grundschüler bringen insgesamt 33 000 Bucheckern in den heimischen Waldboden. 

Die Zahlen sprechen für sich: Auf zwei Flächen in der Oberförsterei Calau, im Landeswaldrevier Chransdorf sowie im Calauer Stadtwald sind von 49 Kindern rund 33 000 Bucheckern gesät worden. Dahinter steht ein erstmaliges Projekt unter dem Motto „Wir säen Zukunft“ des Landesbetriebes Forst Brandenburg, bei dem in 21 teilnehmenden Hoheitsoberförstereien insgesamt 2,5 Millionen Sämlinge in den Boden kommen.

Während 24 Mädchen und Jungen der Altdöberner Liliengrundschule im Beisein von Revierförster Gernod Heindel und dem Leiter der Oberförsterei, Olaf Niepraschk, im Chransdorfer Revier aktiv sind, zieht es 25 Calauer Schüler in den Stadtwald. Mehr als vier Kilometer Fußweg muss die „säende Brigade“ zurücklegen, um zum rund 2500 Quadratmeter großen Areal zu gelangen. „Nur 40 Minuten haben wir benötigt. Bei uns wird eben straff mit drei f geschrieben“, hebt Klassenleiterin Birgit Holzendorf die Laufbereitschaft „ihrer“ 3 a hervor.

Doch es kommt noch herausfordernder für die Schüler und ihre begleitende, pädagogische Mitarbeiterin Dorothee Börner. Unwegsames Waldgelände muss durchquert und sogar ein sprudelnder Bachlauf überquert werden.

Hilfestellung gibt es von Funktionsförster Maik Wiesner, der von seinen temporären Waldarbeitern wissen will, warum dieses landesweit durchgeführte Projekt überhaupt Sinn macht. Nick Fiedler weiß die Antwort: „Damit neue Bäume wachsen und wir aus dem Holz was machen können“, antwortet der Achtjährige. Maik Wiesner ergänzt, dass damit gleichzeitig das langfristige Umgestalten des klassischen Kiefernwaldes in einen Mischwald vorangetrieben wird.

Der Job ist alles andere, als nur ebenso ein paar Körner in den Wald zu streuen. An 100 Pflanzstellen, die von den Waldarbeitern Wilfried Büttner und Jürgen Heinzelmann mit Pfählen gekennzeichnet sind, muss zuerst die Moos/Humusschicht abgetragen werden. „Bis runter auf den Waldboden, der aufgelockert wird, um dann pro Pflanzstelle 20 bis 30 Bucheckern hinein zu säen“, erklärt Wiesner.

Die wieder aufgetragene und leicht verdichtete Humusschicht soll dafür sorgen, dass die Sämlinge schnell keimen und diese nicht von futtersuchenden Vögeln oder Nagern entdeckt werden. Um die jungen Triebe vor Wildverbiss zu schützen, ist die Fläche zusätzlich von einem Wildschutzzaun umgeben.

Nur den robustesten Trieben wird von den Forstleuten die Chance eingeräumt, sich zu stattlichen Rotbuchen zu entwickeln. „Die Ernte werde ich nicht mehr erleben“, räumt Michael Freund ein. Der Revierleiter des Calauer Stadtwaldes geht davon aus, dass in 100 Jahren vielleicht noch 20 der in der vergangenen Woche ausgesäten Buchen stehen werden.

Mit der bereits am 21. März, zum Internationalen Tag des Waldes angelaufenen Aktion „Wir säen Zukunft“ will der Landesbetrieb Forst Brandenburg bereits die Jüngsten für Waldbelange sensibilisieren. Der Tag des Waldes soll Schul- und Kitakindern in besonderer Erinnerung bleiben. „Ein üppiges Gehalt können wir unseren Helfern leider nicht zahlen. Dafür gibt es im Anschluss der Aktion für jedes Kind eine leckere Grillwurst“, trägt Maik Wiesner zum Heben der Stimmung bei. Selbstverständlich auch für die erwachsenen Helfer sowie Funktionsförster Andreas Lerch und die aus Vetschau herübergeeilte Revierförsterin Elisabeth Brier.

Zusätzlich erhält jedes teilnehmende Kind als Andenken ein Schlüsselband mit einem dazugehörigen Anhänger und ein Puzzle zu der landesweit durchgeführten Kampagne.