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| 02:32 Uhr

Schule findet sich mit Umzug ab

Lübbenau. Kita-Leiterin Ramona Schmidt und Lehrerin Katrin Ludwig vom Jenaplanhaus dürfte es nicht leicht gefallen sein. Dennoch sprachen sie es kürzlich in der Stadtverordnetenversammlung in Lübbenau öffentlich aus: In der Einrichtung mit einzügiger Grundschule und vorangestelltem Kindergarten sei man offen für die Schulentwicklungsplanung der Stadt. Daniel Preikschat

Allerdings möchte man dabei auch beteiligt werden und das spezielle Jenaplanhaus-Konzept mit starker Elternbeteiligung auch am neuen Standort fortsetzen können.

Vorgesehen als neuer Standort ist in der Planung der Stadt Lübbenau, die vergangene Woche von den Stadtverordneten beschlossen wurde, das ehemalige Oberstufenzentrum (OSZ) in der Richard-Wagner-Straße. Und das bereits zum Schuljahr 2018/2019.

"Ein sportliches Ziel", wie Bürgermeister Helmut Wenzel (parteilos) in der SVV-Sitzung einräumte. Zumal noch gar nicht feststeht, ob die Stadt das OSZ vom Landkreis auch verkauft bekommt, der dort ursprünglich Flüchtlinge unterbringen wollte, die nun offenbar aber doch nicht eintreffen. Im März, so Wenzel, soll das entschieden werden. Sagt Senftenberg ja zum Verkauf, kann das OSZ bedarfsgerecht für das Jenaplanhaus umgebaut werden. Die Nähe zu Delphinbad, Bushaltestelle und frisch sanierter Turnhalle in der Seelenbinderstraße sind für Wenzel Standortvorteile.

Jenaplanhaus-Lehrerin Katrin Ludwig weist aber auch auf das hin, was in der Wagnerstraße noch fehlt: Aula, Sportplatz und Spielplatz für die Kita. In der Schule seien zuletzt junge Erwachsene unterrichtet worden. Das Gebäude so schnell einer Nutzung als Grundschule und Kita anzupassen, das erscheine Jenaplanhaus-Kollegium und Eltern fraglich.

In der SVV-Sitzung stellten Katrin Ludwig und Ramona Schmidt noch weitere Fragen in den Raum: Was passiert, wenn der Landkreis das OSZ nicht verkauft? Gibt es ein Nachnutzungskonzept für die Traugott-Hirschberger-Grundschule, die in das frei werdende benachbarte Jenaplanhaus einziehen soll? Wenzel verneinte die zweite Frage und ließ die zweite offen. Überkapazitäten würden in jedem Fall sinnvoll genutzt, sagte er. Wichtig sei heute, den Grundsatzbeschluss zu fassen, um das Hauptziel zu erreichen: Eine Umstellung der Zügigkeit an den drei Grundschulen in der Stadt. In der am Rand ihrer räumlichen und personellen Kapazitäten angelangten Werner-Seelenbinder-Grundschule in der Neustadt sollen ab 2018/2019 nur zwei statt drei Klassen pro Jahrgangsstufe unterrichtet werden. Gegenläufig dazu sind für die stark nachgefragte Traugott-Hirschberger-Grundschule in der Altstadt zwei statt nur eine Klasse pro Jahrgangsstufe geplant. Keine Veränderung in der Zügigkeit ist für die Jenaplanschule vorgesehen.

Helmut Wenzel begrüßte es, dass man sich im Jenaplanhaus diesem Plan nicht verweigere und die Realitäten, sprich die Schülerzahlenentwicklung, anerkenne. Dank des nun gefassten Grundsatzbeschlusses könne die Verwaltung den Schulentwicklungsplan nun umsetzen.

Sich dafür auch die nötige Zeit zu lassen und nicht zu sehr auf den Schuljahresbeginn 2018/2019 zu schielen, mahnte die SPD-Fraktion an. Einem entsprechenden Antrag stimmten die Stadtverordneten zu. Volkmar Schlosshauer, Ortsvorsteher in Kittlitz, appellierte an die Verwaltung, die Bürger frühzeitig über die weiteren Schritte zu informieren.

Zum Thema:
Konkret sieht der Beschluss vor, die Zügigkeit an den Grundschulen Jenaplanhaus, Werner-Seelenbinder und Traugott-Hirschberger von 1 - 3 - 1 auf 1 - 2 - 2 umzustellen. Die Kosten dafür sollen untersetzt, anstehende Umzüge samt Umbau und Anpassungsmaßnahmen ordnungsgemäß realisiert werden. In der Folge hat die Verwaltung auch die Schuleinzugsbereiche neu festzulegen.Weiter ist das Rathaus nun ermächtigt, den Kauf des ehemaligen OSZ samt Finanzierungsplan vorzubereiten. Dem Kauf müssen die Stadtverordneten abschließend zustimmen. Vorgeplant werden soll auch ein Alternativplan. Er sieht vor, dass alle Schulen an den alten Standorten verbleiben, die Hirschberger-Schule aber ausgebaut werden müsste.