| 02:42 Uhr

Schüler haben Spaß beim Teamwork

Gemeinsam geht es besser – das lernten die Kinder aus der Jenaplanschule auf spielerische Weise im Piccolo-Theater in Cottbus.
Gemeinsam geht es besser – das lernten die Kinder aus der Jenaplanschule auf spielerische Weise im Piccolo-Theater in Cottbus. FOTO: Jena Planschule Lübbenau
Lübbenau. Gutes Benehmen zu lernen, kann ereignisreich sein und Freude bereiten. Das haben kürzlich die Kinder der Jenplanschule in Lübbenau erfahren. Daniel Preikschat

Können schon Kinder süchtig werden? Vor der Projektwoche in seiner Schule hätte Luca Mautsch diese Frage vielleicht noch eher mit Nein beantwortet. Heute weiß der Elfjährige, dass sich Jungen und Mädchen in seinem Alter durchaus schon vorsehen sollten. Vor Süßigkeiten zum Beispiel, vor Backwaren aus weißem Mehl, aber auch vor zu viel Fernsehen. Anschaulich erklärt bekamen das Luca und seine Klassenkameraden in der Projektstation Süchte. Dazu kam extra Ernährungsberaterin Mandy Heine in die Poststraße zu Besuch.

Und nicht nur sie. Das Kollegium der Schule hatte sich für die acht Tage eine Reihe auswärtiger Helfer organisiert. Schließlich sollten in jeder der insgesamt acht Projektgruppen neben guten Pädagogen auch Fachleute am Start sein. Beim Thema Erste Hilfe etwa zeigte Rettungssanitäter Max Wrusch, Vater von Marcel, worauf es beim Versorgen von Unfallopfern ankommt. Ein Beamter von der Polizeiwache in Senftenberg konnte aus der Praxis über Diebstahlschutz und wirksame Prävention sprechen.

Dass man zwar streiten kann, dies aber fair tun sollte, lernte Emil Jähnchen (10) in der Projektstation Konfliktberatung und Deeskalation: "Wir haben einen Film gesehen. Dann gab es ein Pantomimespiel", berichtet er angeregt.

Im Piccolo-Theater in Cottbus wiederum war Geschicklichkeit und Handlungsschnelligkeit gefragt, um im Team ein Ziel zu erreichen. Dabei, erzählt Malena Schindela (10), durften sich die Kinder nur auf Stühlen bewegen.

Insgesamt, erklärt Jenaplanhaus-Lehrerin Mandy Bochon, durchliefen die Kinder an acht Tagen acht Stationen. Die Frage "Wie benehme ich mich richtig?" sollte in vielen Facetten behandelt werden. Knigge am Tisch war dabei ebenso Thema wie Mobbing. Gemäß dem Konzept der Schule agierten die Schüler jahrgangsübergreifend in fünf Gruppen. Jede Gruppe hatte ihre eigene Farbe und bekam an den jeweiligen Stationen Punkte. Wer am Ende die meisten hatte, heimste den Wanderpokal ein. Die Kleinen aus der Kita der Schule waren in den jeweiligen Stationen zu Besuch und durften den Großen zuschauen.

Die Projektwoche, so Mandy Bochon, zeigte auch, wie wichtig das große Gebäude für die Schule ist. Ohne entsprechende Räumlichkeiten ließen sich die Jenaplan-Konzepte nur schwer umsetzen. Weitere Erkenntnis war: Die Einrichtung mit 150 Schülern und 30 Kita-Kindern aus Lübbenau und Umgebung braucht dringend weitere Lehrer. Nur dank der Hilfe vieler ehrenamtlicher Helfer schaffe man es noch, die pädagogischen Ziele zu erreichen.

Zum Thema:
Anfang dieses Jahres haben die Lübbenauer Stadtverordneten beschlossen, die Zügigkeit an den Grundschulen Jenaplanhaus, Werner-Seelenbinder und Traugott-Hirschberger von 1 - 3 - 1 auf 1 - 2 - 2 umzustellen. Das Rathaus wurde ermächtigt, den Kauf des ehemaligen Oberstufenzentrums vorzubereiten. Beabsichtigt ist, die Jenaplanschule dort künftig unterzubringen, damit die Traugott-Hirschberger-Grundschule das Jenaplanhaus mit nutzen kann. Indes gibt es auch einen Plan B. Kommt der OSZ-Kauf nicht zustande, bleiben die Schulen an den alten Standorten und die Hirschberger-Schule wird ausgebaut.