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Schlossensemble Altdöbern
„Schätze müssen genutzt werden“

Die beiden Buchautoren Klaus-Dieter Schmidt und Horst Bernstein zeigen einen Gartenplan von Fabian (1720) auf der Nordterrasse des Schlosses vor dem heutigen Landschaftspark mit Blick auf den Salzteich.
Die beiden Buchautoren Klaus-Dieter Schmidt und Horst Bernstein zeigen einen Gartenplan von Fabian (1720) auf der Nordterrasse des Schlosses vor dem heutigen Landschaftspark mit Blick auf den Salzteich. FOTO: Kuschy / Medienhaus Lausitzer Rundschau
Altdöbern. Horst Bernstein und Klaus-Dieter Schmidt präsentieren „Schloss und Park im Wandel der Zeit“.

„Die Schätze müssen nur genutzt werden“, sagt der Altdöberner Horst Bernstein. Und das hat er gemeinsam mit Klaus-Dieter Schmidt getan. Herausgekommen ist „Altdöbern - Der Ort und seine Leute“. Der zweite und damit vorletzte Band von insgesamt sieben Publikationen zur Altdöberner Historie beschäftigt sich mit den Schloss- und Park-Geschichten, die hinter der Geschichte des historischen Ensembles stecken. Beleuchtet haben die zwei unter anderem bereits die medizinische Versorgung, die Badeanstalt, die Postgeschichte und Bildung.

Jetzt mag der eine oder andere sagen, zu Schloss und Park gäbe es doch schon eine Menge Geschriebenes. Einerseits! Andererseits aber, entgegnet Klaus-Dieter Schmidt, habe es 1930 die letzte Publikation des Dresdener Historikers Otto Eduard Schmidt gegeben. Eine Chronik in Daten stellte der Altdöberner Kurt Natusch auf. Aber was steckt hinter den Daten? Unglaubliche Antworten darauf fanden die beiden Altdöberner zu Hauf. Denn wie Horst Bernstein sagt, hätten sie eben auf einen großen Schatz an historischem Material zurückgreifen und wichtige Kontakte nutzen können, die bis in die Dresdener Staatskanzlei reichten. „Denn ohne die Geschichte Sachsens gäbe es Altdöbern nicht“, ist sich Horst Bernstein sicher. Auch als Mitglieder der Heineken Gesellschaft hätten sich für sie außergewöhnliche Möglichkeiten aufgetan. „Außerdem habe ich viel von älteren Leuten hier aus Altdöbern bekommen“, erzählt er.

Die beiden stehen am Anbau, der nicht wie das Schloss im barocken, sondern 1892 im romanischen Stil errichtet wurde. Das Portal sei aus verschiedenen Stilepochen und Zeiten zusammengesetzt. Gewünscht hatte sich diesen Anbau die Frau des Heinrich Graf von Witzleben, eine geborene Marie Reuß. „Sie wollte von den Männern ungestört mit ihren Damen dort sitzen können“, erzählt Horst Bernstein. Sie habe den Anbau auch selbst gezeichnet.

Altdöbern war Dreh- und Angelpunkt für herrschaftliche Fahrten beispielsweise nach Warschau oder Dresden. Dresdener Hofkünstler seien in Altdöbern von Carl Heinrich von Heineken angestellt gewesen. Entstanden sei der Französische Garten mit Skulpturen und dem Muschelbunnen, der natürlich kleiner ausgefallen sei als der Dresdener. Unter der Herrschaft Heinekens Mitte des 18. Jahrhunderts habe das Schloss seine erste große Glanzzeit erlebt. Vielen weiteren Details gehen die Altdöberner in ihrem Buch nach. So fragen sie: Seit wann können wir von einem Schloss sprechen und seit wann gibt es einen Park?  Gab es einen Salzteich? Seit wann gibt es die Orangerie, den Marstall und die Reithalle? Wer baute den Schwarzen Damm? Wer pflanzte die Rhododendren?

Seit anderthalb Jahren haben Horst Bernstein und Klaus-Dieter Schmidt an diesem Buch gearbeitet und es privat finanziert. Spannend ist es ganz sicher für jene, die in Altdöbern geboren wurden, die dort leben, für Besucher, Geschichtsinteressierte, auch für Schüler und Senioren im Ort.

Die Autoren vor dem romanischen Anbau des Schlosses.
Die Autoren vor dem romanischen Anbau des Schlosses. FOTO: Kuschy / Medienhaus Lausitzer Rundschau