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Scherzkekse werben für Calau

Die Mitglieder des Calauer Wirtschafts- und Tourismusausschusses erfahren von Dirk von Bargen (r.), dass sein Adler- und Jagdfalkenhof "Zur Calauer Schweiz" von vielen Gästen und auch Schulklassen besucht wird.
Die Mitglieder des Calauer Wirtschafts- und Tourismusausschusses erfahren von Dirk von Bargen (r.), dass sein Adler- und Jagdfalkenhof "Zur Calauer Schweiz" von vielen Gästen und auch Schulklassen besucht wird. FOTO: H. Kuschy
Calau. "Über alle Berge" kann es seit kurzem zwischen Calau und Altdöbern gehen. Mit dem neuen kleinen Werbeflyer gleichen Namens laden die Stadt Calau und das Amt Altdöbern Tagesausflügler zum Radwandern durch die Calauer Schweiz ein. Hannelore Kuschy

Denn beide Partner wissen: Sie können weder mit dem Spreewald noch dem Lausitzer Seenland mithalten, haben dafür zu wenig Übernachtungsmöglichkeiten. Aber beide wollen und können von den Reiseregionen profitieren, indem sie Tagesausflüglern lohnenswerte touristische Ziele anbieten. Weit und breit seinesgleichen sucht beispielsweise der Adler- und Jagdfalkenhof "Zur Calauer Schweiz" in Werchow, in dem 30 bis 40 Greifvögel beheimatet sind. Dirk von Bargen freut sich über steigende Besucherzahlen. Auch Schulklassen, sogar von weiterher, interessieren sich für die Arbeit mit den Tieren und lassen sich etwa davon erzählen, wie der Falkner mit seinem Steinadler auf die Jagd geht, um Futter für die anderen Tiere heranzuschaffen. Selbst für den einen oder anderen Abgeordneten im Wirtschafts- und Tourismusausschuss war der Besuch bei dem Werchower eine Premiere.

Mit dem Zug anreisen und mit dem Rad weiterfahren - das könnte zu Calau passen, ist sich Bürgermeister Werner Suchner (parteilos) sicher. Denn direkt vor der Stadt breitet sich die Calauer Schweiz mit all ihren Reizen aus. Ende 2018 soll zudem der neue Aussichtsturm in Luckaitztal bestiegen werden können. Calau unterstützt den Bau und schustert 30 000 Euro dazu.

In den letzten Jahren sind nach Ansicht des Stadtoberhaupts Zugpferde für Calau entwickelt worden, so passenderweise zu Calau der Witzerundweg und die Sagentouren. Die Mobile Welt des Ostens spricht für sich. Dass eine Führung dort nicht länger als zwei Stunden dauert, wundert wohl jeden, der einmal hineingeschnuppert hat. "Wir wollen alles zeigen, was nach dem Zweiten Weltkrieg und bis zur Wende im Osten auf den Straßen gefahren ist, auch das, was man nicht alle Tage sah", formulierte Rainer Schmatloch bei einem RUNDSCHAU-Besuch im vorigen Jahr den Anspruch des Vereins.

Bei allen denkbaren Gelegenheiten werben Calauer für Calau. Ob das die Kirchengemeinde oder der Heimatverein ist. Matthias Nerenz erzählt von den originellen Ideen seines Vereins und der Kirche: "Beim großen Festumzug am Samstag in Raddusch waren wir wieder mit den Scherzkeksen dabei, die uns die Bäckerei Rietze mit jeweils einem Kalauer drin gebacken hat." Nach diesen Keksen werde inzwischen öfter gefragt. Passend zur alten Schusterstadt hatte die Kirchengemeinde beim Kirchentag mit einer Stiefelwurst für die Stadt geworben.

Als Mitglied im Tourismusverband Spreewald ist Calau in vielen Publikationen vertreten. Jährlich gibt die Stadt für touristische Angebote rund 9000 Euro aus.