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| 02:57 Uhr

SBN soll erneut verkauft werden

Senftenberg. Unter den 110 Beschäftigten der Südbrandenburger Nahverkehrs GmbH hält die Ungewissheit an. Ende April war bekannt geworden, dass der SBN und drei weitere Betriebe der Bussparte des Unternehmens Netinera Deutschland verkauft werden sollen. Laut SBN-Betriebsrat René Walter hofft die Belegschaft auf Klarheit. mf/bt

"Wir haben die Nase voll von den laufenden Privatisierungen", bringt es der SBN-Betriebsratsvorsitzende René Walter auf den Punkt. "Wir werden jetzt zum dritten Mal durchgereicht. Egal, wer uns kauft, wir fühlen uns als Spielball von geschäftstüchtigen Geldanlegern."

Der Südbrandenburger Nahverkehr sei 2008 als kommunales Unternehmen mit den Verkehrsleistungen vom Landkreis komplett verkauft worden. Dieser versprach sich mit dem Segen der Abgeordneten jährliche Einsparungen. Der Bus- und Bahndienstleister Arriva stieg ein. René Walter erinnert sich, dass bald die Verkehrsleistungen gesenkt und der Rufbus eingeführt wurde. Personell hätte sich jedoch nichts geändert.

2010 erwarb die Deutsche Bahn AG Arriva. Aus kartellrechtlichen Gründen musste die Deutschlandsparte von Arriva sofort weiterveräußert werden.

Es stieg die Netinera Deutschland ein. Dabei handelt es sich um ein Konsortium aus der italienischen Staatsbahn FS und dem Infrastrukturinvestor Cube. "Der neue Eigentümer hatte zugesagt, das Geschäft auszubauen", so der SBN-Betriebsratsvorsitzende. Es sei zwar bei der Anzahl der Beschäftigten geblieben, jedoch nicht in die rollende Technik investiert worden. Nach 2008 habe es keinen neuen Bus mehr gegeben. Etwa 80 Busse mit einer durchschnittlichen Jahresfahrleistung von 40 000 bis 50 000 Kilometern seien derzeit für den SBN unterwegs. "Die Konzerne lassen die Betriebe ausbluten. Ihnen geht es gar nicht um den ÖPNV", stellt René Walter fest.

Denn nun will nach Gewerkschaftsangaben Netinera den Busnbetrieb im OSL-Kreis im Paket verkaufen. Neben dem SBN trifft es den Neißeverkehr, Sippel in Frankfurt/Main und die Verkehrsbetriebe Bils in NRW.

"Ein funktionierender Nahverkehr ist von großer Bedeutung. Wir beobachten den Trend, dass sich private, finanzstarke Unternehmen aus der Branche zurückziehen", sagt Mira Ball, Verdi-Konzernbetreuerin. Der Wettbewerbsdruck in der Branche habe zudem so massiv zugenommen, dass die notwendige Qualität zu Marktpreisen kaum zu erbringen sei. "Der Druck wird an die Arbeitnehmer weitergegeben", so Mira Ball.