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| 15:14 Uhr

Saisoneröffnung
Frühling und Touristen können kommen

Die traditionelle Rudelübergabe signalisiert den offiziellen Saisonbeginn der Kahnfährleute und Wassertourismus-Anbieter in den Nischen Kajak, Kanadier oder Paddelboot. Gleichzeitig endet die Winterkahnfahrt-Saison, bei der Fährleute gerne wärmenden Tee oder Glühwein gereicht haben.
Die traditionelle Rudelübergabe signalisiert den offiziellen Saisonbeginn der Kahnfährleute und Wassertourismus-Anbieter in den Nischen Kajak, Kanadier oder Paddelboot. Gleichzeitig endet die Winterkahnfahrt-Saison, bei der Fährleute gerne wärmenden Tee oder Glühwein gereicht haben. FOTO: Uwe Hegewald
Lübbenau. Lübbenauer Rudel- und Paddelübergabe signalisiert offiziellen Saisonstart.

Das Rudel der Spreewälder Fährmannsgilde ist schon ein überaus zweckmäßiges Arbeitsgerät. Es hilft zum Aufschlagen dünner Eisschichten, zum fiktiven Weiterschieben von nervigen Winterwolken und wird von Lübbenauer Karnevalisten auch schon mal als Fahnenstange zweckentfremdet.

Am Samstag wurden die Rudel liebevoll geschmückt, um sie im „Großen Spreewaldhafen Lübbenau“ kernigen Kahnfährleuten zu übergeben. „Die Übergabe symbolisiert unseren Saisonbeginn“, erklärt Steffen Franke, Vorsitzender der Kahnfährgenossenschaft Lübbenau und Umgebung. Doch warum betreiben die Spreewälder diesen Aufwand, wo inzwischen doch das ganze Jahr hindurch Kahn gefahren werden kann? „Das machen wir nur für die Medien“, erzählt Franke mit einem Augenzwinkern. „Wir wollen damit auch den Wechsel von der Winter- in die Sommersaison herausstellen. Klartext: Ab heute gibt es auf unseren Kähnen keinen Glühwein mehr“, fasst er mit verschmitztem Lächeln zusammen.

Steffen Franke kann nur für seine Genossenschaft sprechen. Insgesamt sind es fünf Lübbenauer Fährmannsgilden, die sich bei der traditionellen Rudelübergabe einbringen sowie die Firma Wolfgang Richter, stellvertretend für die Kajak-, Kanadier- oder Paddelbootverleiher. Steffen Franke fasst die Stimmungslage mit drei Worten zusammen: „Wir sind vorbereitet.“ Dass müssen die Lübbenauer, Lehdschen, Leiper und alle anderen Wassertourismus-Anbieter auch, verzeichnet die einzigartige Lagunenlandschaft doch wachsenden Zuspruch.

„Wir können vier Prozent mehr Übernachtungsgäste verzeichnen. Die Einnahmen aus dem Tourismusbeitrag haben sich um 13,4 Prozent und die Einnahmen aus dem Kurbeitrag um 5,9 Prozent zum Vorjahr erhöht“, berichtet Bürgermeister Helmut Wenzel. Auch wenn sich die Leistungsträger der Stadt selbst weiterentwickeln und qualifizieren, will Lübbenau weiterhin in seine touristische Entwicklung investieren. So baue die Stadt derzeit am Hafen in Leipe die neue Steganlage sowie das große, neue Brückenbauwerk im Zuge des Wanderweges nach Lübbenau. Die Anlegestelle in Ragow werde erneuert, weitere auf der Agenda stehende, kleinere Vorhaben umgesetzt.

„Das wohl größte touristische Infrastrukturprojekt ist die Weiterentwicklung der Spreewelten mit Bad und Hotelanlage“, betont Helmut Wenzel. Beides soll im Spätherbst beziehungsweise zum Ende des Jahres den Betrieb aufnehmen. Landrat Siegurd Heinze bestätigt: „Die Pfeile zeigen nach oben.“ Mit 13,1 Millionen Übernachtungen und 4,9 Millionen Gästen in den Beherbergungsbetrieben setzte das Land Brandenburg 2017 neue Bestmarken. 733 600 Übernachtungen im Spreewald seien ein Indiz dafür, dass Natur pur ankommt und angenommen wird, so Heinze. Dem Spreewald attestiert er generell „bemerkenswerte Entwicklungen“, auch wenn er als Landkreis-Patriot zur Feststellung kommt: „In Lübbenau schlägt das Herz des Spreewaldes.“  Steffen Franke weiß, dass auch anderswo in der Lagunenlandschaft solide, touristische Arbeit geleistet wird. Lübbenaus Touristiker blickten schon auf Aktivitäten der Mitbewerber in Lübben, Schlepzig oder Burg. „Wir brauchen diesen Wettbewerb auch, um uns mit anderen Anbietern messen zu können“, räumt  er ein.