(uhd) Am Samstag ist mit der traditionellen Übergabe der Rudel die Saison 2019 offiziell eröffnet worden. Darin eingeschlossen die Lübbenauer Fährunternehmen wie auch die Boots- und Kanuverleihe, die aus dem Wasserstraßennetz nicht mehr wegzudenken sind. „Wir wünschen allen eine tolle Saison“, so Guido Lerch, der die Rudelübergabe moderierte.

Rund 4,20 Meter Länge beträgt die Stange aus biegsamen Eschenholz. „Nur die Durchmesser der Rudel variieren“, weiß Steffen Franke, Vorstandsvorsitzender der Kahnfährgenossenschaft Lübbenau & Umgebung eG Großer Spreewaldhafen Lübbenau zu berichten. „Der Spreewald ist beliebter denn je“, stellte Bürgermeister Helmut Wenzel in seiner Begrüßungsrede klar. Das parteilose Stadtoberhaupt konnte auch mit entsprechenden Zahlen dienen, die diese Aussage bestätigen. Fast 770 000 Gäste besuchten 2018 den Spreewald. „Das ist ein Zuwachs von 4,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. In Lübbenau verzeichneten wir 2018 knapp 115 000 Gäste, was einer Steigerung von 10,31 Prozent entspricht“, so Wenzel.

Sollte das Wetter mitspielen, geht die Tourismusbranche von ähnlichen Besucherzahlen aus, wird das Jahr 2019 doch von Fontane überstrahlt. „Zum 200. Mal jährt sich der Geburtstag des Dichters, der vor 160 Jahren seine erste Spreewaldreise unternahm“, wusste Grit Klug zu ergänzen. Zudem, so die Erste Beigeordnete des Landkreises OSL, sei Lübbenau als zertifizierte Q-Stadt ein überaus attraktiver Ort.

Fürs Schmunzeln und Staunen fühlte sich die CDU-Landtagsabgeordnete Roswitha Schier verantwortlich. „Ich hatte unseren Vize-Landtagspräsidenten, Dieter Dombrowski zur Rudelübergabe nach Lübbenau eingeladen, der jedoch an einen anderen Termin gebunden war“, teilte sie ebenso mit, wie die begleitende Anekdote.

So wollte Dombrowski mit einem Augenzwinkern wissen, wie der Spreewald, die Rudelübergabe und die Wölfe in Zusammenhang stünden. Grinsend überreichte er Roswitha Schier einen Spendenscheck, den sie mit nach Lübbenau nehmen sollte. Empfänger der Zuwendung in Höhe von 400 Euro ist der Verein Rubisko, der sich seit 1998 der Pflege des sorbisch/wendischen Kulturgutes verschrieben hat. „Verbunden mit der Bitte, nicht nachzulassen und der Hoffnung, dass es euch gelingt, Nachwuchs heranzuziehen“, befand die Lübbenauerin.